Weizen/Roggen

Bei uns auf dem Betrieb wird in diesem Jahr Getreide fast ausschließlich nach Zuckerrüben und Kartofeln angebaut. Die Ernte dieser beiden Früchte hatte sich in diesem Herbst ein wenig länger herausgezögert als normal, so daß ich erst am 05.November zur Aussaat des Roggens kam. Idealerweise sollte dieser in der ersten Oktoberwoche ausgesäht sein. Durch diese späte Aussaat ergeben sich einige Anpassung in der Pflge des Roggens, die wir im Frühjahr sehen werden. Zwei Tage später, am 07.November begann dann die Bestellung, wie die Aussaat in der Landwirtschaft genannt wird, des Winterweizens. Für diesen bringt die späte Aussaat einige Vorteile. Er würde auch noch deutlich spätere Saattermine vertragen, jedoch sind viele Standorte dann oft nicht mehr ausreichend befahrbar um eine vernünftige Arbeitsqualität zu erreichen.

Anders als nach der Ernte des Getreides, nach der erst die Erntereste untergearbeitet werden mussten um die Zwischenfrüchte für Rüben und Kartoffeln bestellen zu können (Siehe dazu unter Zuckerrüben und Stärkekartoffeln), bleibt nach diesen beiden Früchten ein weitestgehend schwarzer, feinkrümeliger Boden mit nur wenigen Ernteresten zurück. Im folgenden Bild ist der abgeerntete Kartoffelacker zu sehen:

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Hierdurch vereinfacht sich die nötige Arbeit erheblich. Bei uns auf dem Betrieb erfolgt diese in einem Arbeitsgang, bei dem drei verschiedene Geräte kombiniert werden: Ein Grubber, dessen Name leitet sich von dem Verb “graben” ab, läuft vor dem Trecker. Mit seiner Hilfe wird der Boden, der teilweise bei der Ernte leicht verdichtet wurde, oberflächlich nocheinmal aufgelockert und vermischt.

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Anders als ein Pflug wird der Boden dabei nicht gewendet, so daß Erntereste nah ander Oberfläche verbleiben. Das ist besonders deshalb wichtig, weil übriggebliebene Kartoffeln und Rüben ansonsten tief im Boden den Winter überstehen würden und unerkannt im nächsten Jahr unter dem Getreide wachsen würden. Zwar entsteht dabei kein nennenswerter Ertragsverlust am Getreide, jedoch können sich so Krankheiten und Schaderreger übermäßig vermehren und beim nächsten Anbau der Kartoffel oder der Rübe für massive Schäde sorgen.

Hinter dem Trecker läuft eine Kreiselegge. Als Egge werden Geräte bezeichnet, die den Boden in der Regel flach bearbeiten und dabei fein zerkrümeln. Bei der Kreisegge wird dieser Effekt durch sich drehende Zinken erreicht. Die dahinter laufende Zahnwalze verdichtet den hierbei aufgelockerten Boden wieder auf ein optimales Nieveau und reguliert dabei auch die Arbeitstiefe der Zinken.

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Zum Schluss läuft die sogenannte Drill- oder auch Sähmaschine. Kuchentellergroße Scheiben ziehen hier eine Rille, in die die Saatkörner in einer definierten Menge abgelegt werden. Ein Striegel schließt anschließend die Rillen wieder und bedeckt die Körner so mit Erde. Die Teller an den langen Armen sind Spuranreisser, die dem Fahrer zeigen, wo er fahren muss um lückenlos die Spuren aneinander zufügen.

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Im nächsten Bild ist die gesamte Gerätekombination am Trecker zu sehen. Sie ist auch ein Beispiel für die Arbeitsrationalisierung in der Landwirtschaft, denn die drei oben beschriebenen Funktionen haben vor rund zwanzig Jahren in den meisten Betrieben oft noch mindestens drei einzelne Arbeitsgänge erfordert!

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Landwirtschaft und Landleben