Zuckerrüben

Am 29. Juli war der Weizen, der hier als Vorfrucht stand, abgeerntet. Im folgenden Bild sieht man die Stoppeln und Erntereste (gehäckseltes Stroh), sowie einige Unkräuter die unter dem Weizen bereits wuchsen.

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Diese Erntereste müssen nun in einem ersten Arbeitsschritt eingearbeitet werden. Am 6. August erledigte ich dies mit einer Kurzscheibenegge, das ist ein Gerät mit scharfkantigen Stahltellern, die den Boden und die Erntereste bei der Überfahrt zerschneiden und anschließend flach durchmischen. Im folgenden Bild ist die Kurzscheibenegge zu sehen.

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Hinter den Scheiben läuft eine schwere Walze, die den Boden wieder andrückt, so daß ausgefallene Getreide- und Unkrautsamen schnell keimen können. Ein lockerer Boden kann hingegen schnell austrocknen, wodurch die Keimung behindert wird. Sehr häufig werden die Stoppeln auch mit Grubbern, einem Gerät mit mehreren starren Zinken eingearbeitet.

Nach dem Stoppelumbruch bleibt eine sehr gleichmäßige Oberfläche zurück, die im nächsten Bild zu erkennen ist.

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So würde man den Acker zwei bis drei Wochen lang liegen lassen, bis alle eingearbeiteten Samen gekeimt sind, um sie mit einem nächsten Arbeitsgang einzuarbeiten. Da auf dieser Fläche aber auch vermehrt sogenannte Wurzelunkräuter, wie Disteln und Quecken, vorkamen, entschied ich mich die Fläche zu pflügen. Durch die charakteristisch geformten Schare des Pfluges, wie er im folgenden Bild zu sehen ist, wird der Boden auf eine Tiefe von etwa 30 cm vollständig gewendet, so daß man hier nicht solange warten muss, weil die Samen dabei vergraben werden. Der Arbeitsgang mit der Kurzscheibenegge sorgte in diesem Fall vorrangig für eine erste Einmischung der Erntereste. Pflügt man größe Menge an Ernteresten ohne vorherige Bearbeitung ein, kann dies sehr nachteilig auf das spätere Pflanzenwachstum sein, da die Reste so nur schwer verrotten können.

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Durch das Wenden des Bodens werden die Wurzelunkräuter sehr stark geschwächt, so daß man im besten Fall auf eine chemische Bekämpfung dieser verzichten kann. Als Resultat dieser Arbeitsschrittest, den ich am 09. August erledigt habe, erhält man den sogenannten “Reinen Tisch”, der im folgenden Bild zu sehen ist. Ein an den Pflug angehängter Packer, sorgt wieder, woe die Walze an der Kurzscheibenegge, für die Rückverdichtung des gewendeteten Bodens, so daß man auf diese Fläche sofort zur Aussaat nutzen kann.

 

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Zuckerrüben sind eine “Sommerung”, also eine Kultur die im Frühjahr des selben Jahres gesäht wird, in dem sie geerntet werden. Daher würde die Fläche bis zum Frühjahr nun brach liegen, was sehr große Nachteile hätte.  Stattdessen wird eine Zwischenfrucht bestellt.  In meinem Fall ist diese Zwischenfrucht ein Gemenge, also eine Mischung aus Ölrettich (ein sehr großwachsende Ableger der Gemüseradieschen) und Alexandrinerklee.  Im folgenden Bild sieht man die beiden Saaten in der Sähmaschine, wobei die größeren braunen Samen der Ölrettich, die kleinen gelben der Alexandrinerklee ist.

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Hierbei dient dieses Gemenge nicht nur der reinen Begrünung, sondern hat noch eine Reihe weiterer Vorteile, so werden Nährstoffe vor Auswaschung bewahrt, dem Boden Humus zugeführt, Luftstickstoff vom Klee in Dünger umgewandelt und Nematoden (kleine Fadenwürmer die die Rüben schwer schädigen können) vom Ölrettich bekämpft. Wächst die Zwischenfrucht schnell und dicht genug, werden andere Unkräuter, vor allem die oben erwähnten Wurzelunkräuter, stark unterdrückt, so daß sie sich später kaum noch entwickeln können. Die Aussaat erfolgte am 12. August mit einer Sähmaschine, die an eine Kreiselegge gehängt ist. Die Kreiselegge krümmelt die Bodenoberfläche nocheinmal auf, ihre Walze sorgt für die optimale Dichte des Saatbetts.

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Fortsetzung folgt…..

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Landwirtschaft und Landleben