Die Recherche, jetzt wirds spannend!

http://www.sueddeutsche.de/wissen/die-recherche-zu-fressenundmoral-vegetarische-metzger-und-stallbesuche-1.1897671

Die Süddeutsche hat ihre Recherche unter dem Motto “Erst das Fressen, dann die Moral” (Siehe auch: Die Recherche als Chance nutzen) beendet und wird ab Monmtag die Ergebnisse in ihrer Zeitung und im Netz präsentieren. Gleich im ersten Absatz dieses Vorberichts wird auf die Problematik, denen sich die Landwirte ausgesetzt fühlen, in Form der Ökologisierung und Skandalmacherei. Immerhin hatte es der Recherchehinweis, den ich zu Beginn dieser Aktion der Süddeutschen auf die Rechercheseite geheftet hatte zu etlichen “Likes” und einer Vielzahl hauptsächlich positiver Kommentare gebracht, so daß er unter den anderen Posts deutlich hervorstach. So kann jeder mit geringsten Aufwand dazu beitragen, daß die Themen, die uns unter den Nägeln brennen, von den Medien ignoriert werden.

Ein Umfrageergebniss das mit herangezogen wurde, brachte zu Tage daß 80% der Deutschen Landwirten großes Vertrauen entgegenbringen, was umso mehr belegt, daß die Vielzahl der Menschen in diesem Land nicht grundsätzlich auf der Seite der Skandalmacher steht. Dieser Fakt zeigt umso deutlicher, wie wichtig Öffentlichkeitsarbeit und das sich Einmischen in die öffentliche Diskussion für die Landwirtschaft sind, damit dieses Vertrauen nicht durch einseitige und unkommentierte Verlautbarungen schwindet!

Die neuen Feudalherren

Bauern stehen auf dem Schachbrett immer in der ersten Reihe. Dieses mag auf dem ersten Blick recht positiv erscheinen, da die “erste Reihe” meistens den hochgeschätzten Persönlichkeiten einer Gesellschaft gebührt. Doch welche Gesellschaft bildet denn nun ein Schachbrett ab? Schach ist ein Kriegsspiel und so wie es im Krieg unterschiedliche Personen in unterschiedlichen Funktionen beteiligt sind, stehen die Schachfiguren für die verschiedenen Stände eines Staates. Schnell wird dabei deutlich, daß es für die Bauern keine Ehre ist hierbei in der ersten Reihe zu stehen, denn sie stehen allein dort um in vorderster Front in einem Krieg zu kämpfen, den sie nicht verursacht haben und um so die hohen Gesellschaft in ihrem Rücken zu schützen, welche das Spiel in der Regel um einiges länger überlebt als die meisten der Bauern, welche aus taktischen Gründen auch gerne mal geopfert werden. Nun ist Schach nicht einfach nur ein Spiel, die Stellung und Funktion des Bauers dort, war bis vor rund zweihundert Jahren fast eineinhalb Jahrtausende lang die Realität in Europa.

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Welternährung im 21. Jahrhundert: Viel heiße Luft und wenig dahinter

http://oekonews.at/index.php?mdoc_id=1087660

In diesem Artikel spricht Dr. Wilfried Bommert der modernen landwirtschaft die Fähigkeit ab, die wachsende Weltbevölkerung zukünftig zu Ernähren. Dr. Bommert ist studierter Agrarwissenschaftler und seit über 30 Jahren Journalist beim WDR, was hierbei aber nicht erwähnt wird. In diesem Artikel spricht er stattdessen für das Institut für Welternährung. Wer dabei an ein akademisches Institut einer Universität mit entsprechend wissenschaftlichen Hintergrund denkt, der irrt, denn es handelt sich um einen privaten Verein, von dem unklar bleibt, wer hinter ihm steht.

Zurück zum Inhalt des Artikels, nach Dr. Bommert ist die derzeitige Landwirtschaft mit ihren steigenden Erträgen und ihrer Überproduktion es nicht schaffen würde die Weltbevölkerung ausreichend zu ernähren. Dabeio erwähnt er nicht, daß die die Haupternährungsprobleme in den Regionen herrschen, in denen es Landwirtschaft nur auf primitivsten Niveau gibt. Woher Dr. Bommert die angeblichen Überproduktionen zaubert lässt er ebenso unerwähnt.

Die steigenden Energiekosten würden die Intensivlandwirtschaft eines Tages unrentabele machen. Bommert blendet dabei vollkommen aus, daß die Lebensmittelpreise annähernd parallel zu den Energiepreisen steigen. Gleichzeitig suggeriert er, daß auch ohne Input dauerhaft die Weltbevölerung ernährt werden könne. Dem Boden wird dabei der Status einer endlichen Ressource aberkannt, denn Bommert behauptet nichts anderes, als daß man ewig ernten könne ohne etwas zu sähen, zu düngen oder ähnliches zu tun. Wenn nach seiner Ansicht nach steigende Erträge nicht die wachsende Weltbevölkerung ernähren können, wie sollen es dann stagnierende oder gar sinkende schaffen. Letztlich widerspricht er scih dabei selbst.

Welches Weltbild dahinter steht, kann man spätestens anhand der Kommentare lesen, so schreibt Wilhelm Herbi unter dem Artikel, daß zwei Milliarden Menschen weltweit genug wären. Wo er die übrigen sechs Milliarden lassen will verrät er nicht, man kann sich aber zusammen mit dem Artikel seinen Teil dabei denken!

 

Und täglich grüßt die Profitgier-Keule

Neben der obligatorischen Unterstellung der Tierquälerei gibt es wohl kaum einen Vorwurf den wir Landwirte und speziell die Tierhalter unter uns, häufiger anhören müssen als die Unterstellung der Profitgier. So unspezifisch dieser Begriff ist, so schlecht lässt sich auch gegen ihn argumentieren. Nur was steckt tatsächlich dahinter? Warum werden ausgerechnet die Worte “Profit” und “Gier”, statt diverser Synonyme verwandt?

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Leiden für den Lifestyle

Bio ist modern, Bio ist Hip, Bio ist die einzige Möglichkeit einer glücklichen Zukunft für die Menschheit! Damit sind Bioprodukte inzwischen weitaus mehr geworden als eine gesunde und umweltgerechte Alternative für bewusst lebende Menschen, es ist Ausdruck eines Lebensgefühls, einer Lebenseinstellung geworden. Wer Bio kauft, gehört in der Regel zu einer Schicht mit gehobener Bildung und entsprechend guten bis sehr guten Einkommen. Es sind vor allem die jungen und “modernen“ Familien im schicken Neubau nach Passivhausstandard, mit Solaranlage auf dem Dach, in ländlicher Stadtrandlage und dem blankgeputzten SUV vor der Garage. Mit dem Griff zu den Bioprodukten bringen sie ihre bewusste und genussbetonte Lebensweise zum Ausdruck und betonen dabei gerne dies auch für die gesunde Ernährung ihrer Kinder zu tun (Quelle). Alles ohne Frage löbliche Vorsätze, doch was ist wirklich dran an dem guten Image der Bioprodukte? Gerade im Angesicht der aufgeheizten Debatte um die landwirtschaftliche Nutztierhaltung, wird die ökologisch, artgerechte Agrarwende verlangt. Schauen wir uns die Daten und Fakten dieser so angepriesenen Bio-Tierhaltung doch mal genauer an:

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“Die Recherche” als Chance nutzen

Wie hoch das Thema Landwirtschaft und Ernährung momentan gehandelt wird, zeigt die aktuelle Aktion „Die Recherche“ der Süddeutschen Zeitung. Die Leser durften online darüber abstimmen, welchem Thema sich die Redakteure in den nächsten Wochen einmal genauer widmen sollen. Zur Auswahl standen dabei die NSA-Affäre, Flüchtlings- und Zuwanderungspolitik, unsere heutige Arbeitswelt, sowie ein Thema mit dem Titel „Erst das Fressen, dann die Moral?“, welches sich um die Erzeugung unserer Lebensmittel dreht. Mit nur wenigen Stimmen Vorsprung konnte sich letztlich dieses Thema gegenüber der NSA-Affäre durchsetzen. Es kann einem schon erstaunen, welche staatstragende Wichtigkeit unseren Lebensmittel und deren Entstehung von den Lesern der SZ beigemessen wird.

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Landblogger, nicht noch ein Blog…?!

Keine Ahnung wie viele Blogs mit landwirtschaftlichen Themen es schon geben mag, ehrlicherweise muss ich eingestehen selbst bisher überhaupt nur in zwei oder drei Blogs gelesen zu haben. Trotzdem habe ich mich entschlossen mich hier regelmäßig mit aktuellen Themen rund um die Landwirtschaft, Agrarpolitik und Landleben zu befassen. Und warum das Ganze? Warum noch ein weiterer unter zigtausenden anderer Blogs im Netz? Ganz einfach: Landwirtschaft und alles drumherum ist zur Zeit eines der meist diskutiertesten Themen. Es gibt momentan kein Tag, an dem nicht in irgendeinem Medium über irgendeinen Aspekt der Landwirtschaft berichtet wird. Praktische Landwirte, wie meine Wenigkeit und alle anderen, die in diesem Sektor arbeiten, könnten sich eigentlich freuen. Lob für die enthusiastische Arbeit der Meisten und für die letzten rund siebzig Jahre ohne Hunger in Deutschland gibt es jedoch nur selten. Stattdessen müssen wir uns Schmähungen, wie Tierquäler, Umweltzerstörer und vieles mehr bieten lassen.

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Landwirtschaft und Landleben