Schlagwort-Archive: Tiergesundheit

Christian Meyer und die Locken am Po

http://www.agrarheute.com/ringelschwanz-praemie

Niedersachsen Landwirtschaftsminister Christian Meyer hat mal wieder eine neue Sau durchs Dorf getrieben, und zwar eine mit Ringelschwänzchen! Wie nicht nur Agrarheute berichtet hat er für 28 Mio Euro aus dem ELER-Topf die „Ringelschwanzprämie“ auf den Weg gebaracht, mit der Landwirte unterstüzt werden, die auf das Kupieren ihrer Ferkel verzichten und deren Schweine am Schlachthof noch mindestens 70 % unversehrte Schwänze haben.

Nun mag man denken, Meyer hätte seine Vorgehensweise geändert, weg von der Brechstnage der Verbote und Schikanen, hin zu einer Förderung seiner als erstrebenswert  definierten Ziele. Warum dem nur auf dem ersten Blick so ist, erläutert Sabine Leopold von Agrarmanager in dem folgenden Artikel: http://agrarmanager.agrarheute.com/ringelschwanzpraemie

Von Keimen und Resistenzen

Es ist ein uraltes Spiel, dass schon die kleinsten Kinder beherrschen: Wer etwas ausgefressen hat, zeigt zuerst einmal auf den anderen, in der Hoffnung dass er selbst ungeschoren davon kommen möge. Genau unter diesem Aspekt ist auch die Debatte um multiresistente Keime, welche angeblich aus der Massentierhaltung stammen sollen, zu verstehen. Von verschiedensten Seiten, seien es Humanmediziner, Tierärzte oder selbst ernannte Umweltschutzorganisation, prasselt es seit Monaten auf die Landwirtschaft ein, dass in unverantwortlichen Maße Antibiotika in ihren Tierhaltung einsetzen würden. Schon kurz nach Beginn dieser Debatte brachte die Politik in hektischer Weise, als hätten sie in den letzten Jahren etwas versäumt, ein Gesetz auf den Weg, das als Langzeitziel, ohne es ausdrücklich zu nennen, die komplette Abschaffung des Antibiotikaeinsatzes in der Nutztierhaltung hat (Quelle). Doch vielen scheint dies noch nicht weit genug zugehen.

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Heile Welt durch teures Fleisch

http://www.huffingtonpost.de/elisabeth-zacharia/was-ware-wenn-das-kilogramm-fleisch-50-euro-kosten-wurde-konsum-preis-tierhaltung_b_5491332.html?ncid=fcbklnkushpmg00000071

In diesem Artikel in der Huffington Post stellt die Journalistin und Autorin Elisabeth Zacharia eine hypothetische Welt vor, in der ein Kilogramm Fleisch 50 € kosten soll. Bis auf diese Idee bietet der Rest des Textes nicht viel neues, denn Zacharia spielt die alte Leier der bösen Konzerne, die Bauern und Tiere versklaven um Fleisch zu Niedrigstpreisen zu verramschen. In ihrer Traumwelt jedoch würde der exorbitant hohe Preis für Fleisch dazu führen, dass die Menschen weniger von diesem aessen, dadurch selbstverständlich gesünder lebten, die wenigen noch vorhandenen Nutztiere glücklich in kleinen Schlachthäusern stürben und, was schlussendlich nie fehlen darf, würden die heute so armen, von schweren Gewissensbissen und Depressionen geplagten Bauern, die durch die bösen Konzerne gezwungen werden ihre Tiere bestialisch zu quälen, aus ihrer angeblichen Gewissenskrise und Sklaverei befreit.

 Letztlich ist dieser Artikel geradezu ein Paradebeispiel für das links-grüne Utopia, in das uns ihre Vertreter führen wollen. Einem Utopia in dem ist nur Mercedes fahrende Freiberufler in Einfamilien-Passivhäusern gibt, sich freudig ihr Gewissen erleichtern können, wenn sie für ein einfaches Fleischgericht den Tageslohn eines einfachen Erntehelfers ausgeben dürfen. Dass es in diesem Utopia niemanden gibt der sich freiwillig die Hände schmutzig macht, wird sich natürlich auch niemand bei diesen Preisen veranlasst sehen sich ein Schwein selbst zu mästen. Wie aber die Realität einer Welt mit überteuerten Fleischpreisen aussieht, durfte ich während meiner Expedition im Senegal erfahren: gerade wenn größere islamische Feste anstehen, steigt der Preis eines Schafbocks schnell weit über tausend, nicht selten auch zweitausend Euro. Jeder der es sich nur annähernd, irgendwie leisten kann, versucht sich dort eigene Schafe und Ziegen in seinen kleinen Hinterhof, lebenslänglich eingesperrt in noch viel kleineren Zwingern zu mästen. Manche Viecher haben aber auch das „Glück“ halb verwildert durch die dreieinhalb-Millionen-Stadt Dakar zu ziehen, wo ihnen tagtäglich schutzlos die Sonne auf den dünnen Pelz brennt, während sie sich maßgeblich von Müll und Straßenabfällen ernähren.

 Es zeigt sich mal wieder eindrucksvoll, wie viel die Vordenker des paradisischen post-(agrar)industriellen Zeitalters von der Realität des Lebens wissen. Wer ein Leben zwischen Ipad, Bio-Supermarkt, modernen Hafencity-Büro und Niedrigenergiehaus führt und seinen Lebensunterhalt damit bestreitet seine Weisheiten einer unwissenden Bevölkerung kundzutun, mit der man sich gerne demonstrativ definiert, aber dennoch nur Kontakt mit seinesgleichen pflegt, dem wird sich schnell die Realität verschließen.

Hündchen und Hühnchen

http://www.welt.de/print/die_welt/debatte/article126548718/Huendchen-und-Huehnchen.html

In diesem Artikel legt Die Welt die Doppelmoral vieler „Verbraucher“ offen, die sich über die landwirtschaftliche Tierhaltung beschweren, deren Heimtier-Haltung, die allein dem Privatvergnügen dient, ganz offensichtlich mit dem Tierwohl nicht vereinbar ist. Leider wurde hierbei keine Diskussion um die Auswüchse der Tiermedizin in diesem Bereich angestoßen. Immerhin werden hier im Verhältnis betrachtet weitaus größere Mengen an Antibiotika und sonstigen Medikamenten aufgewandt. Zudem sollte jedem, der nur vorsichtige Parallelen zur Humanmedizin zieht, daß das Ausschöpfen sämntlicher Möglichkeiten, die das Leben des Tieres vielleicht noch kurzfristig verlängern können, teilweise massive Tierquälerei darstellt.

Leiden für den Lifestyle

Bio ist modern, Bio ist Hip, Bio ist die einzige Möglichkeit einer glücklichen Zukunft für die Menschheit! Damit sind Bioprodukte inzwischen weitaus mehr geworden als eine gesunde und umweltgerechte Alternative für bewusst lebende Menschen, es ist Ausdruck eines Lebensgefühls, einer Lebenseinstellung geworden. Wer Bio kauft, gehört in der Regel zu einer Schicht mit gehobener Bildung und entsprechend guten bis sehr guten Einkommen. Es sind vor allem die jungen und “modernen“ Familien im schicken Neubau nach Passivhausstandard, mit Solaranlage auf dem Dach, in ländlicher Stadtrandlage und dem blankgeputzten SUV vor der Garage. Mit dem Griff zu den Bioprodukten bringen sie ihre bewusste und genussbetonte Lebensweise zum Ausdruck und betonen dabei gerne dies auch für die gesunde Ernährung ihrer Kinder zu tun (Quelle). Alles ohne Frage löbliche Vorsätze, doch was ist wirklich dran an dem guten Image der Bioprodukte? Gerade im Angesicht der aufgeheizten Debatte um die landwirtschaftliche Nutztierhaltung, wird die ökologisch, artgerechte Agrarwende verlangt. Schauen wir uns die Daten und Fakten dieser so angepriesenen Bio-Tierhaltung doch mal genauer an:

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