Landwirtschaft im Klimawandel

http://www.deutschlandradiokultur.de/ohne-pflug-auf-den-acker-landwirte-passen-sich-dem.976.de.html?dram:article_id=361762

Ernst Ludwig von Aster widmet sich auf dem  Deutschlandfunk der Frage, wie sich die Landwirtachaft mit dem Klimawandel verändert. Anhand mehrerer Betriebe werden Chancen, Herausforderungen und Probleme in diesem interessanten Radiobeitrag präsentiert. Sicher lässt sich über den tatsächlichen Beitrag der Landwirtschaft zum Klimawandel trefflich streiten, ebenso mögen dem einen oder anderen bestimmte Aussagen sauer aufstoßen, wobei manch davon nichteinmal in die Urheberschaft von Asters fallen. Woher bspw Herr Helm die Behauptung nimmt, daß die Getreideerträge zurückgehen würden und Landwirte dies mit immer mehr Chemie zu kompensieren versuchen, bleibt offen. Dem Autor werden solche Aussagen nicht einmal aufgefallen sein, wenn er doch selbst von den Agrarkonzernen spricht, die in Deutschland neben armen Kleinbauern das Land bewirtschaften und solidarische Landwirtschaft als kommenden Trend präsentiert, wobei diese gemessen an der Gesamtzahl der Betriebe nur ein winziges Randphänomen darstellt.

Wer sich mit landwirtschaftlichen Hintergrund den Artikel anhört oder durchliest, sei also vorgewarnt. Für den Laien jedoch, ist er durchweg empfehlenswert, zeigt er doch mit welchen Fragestellungen und Problemen die praktische Landwirtschaft alltäglich zu kämpfen hat.

Keine Angst vorm Essen!

http://m.kurier.at/wirtschaft/lebensmittel-sind-so-sicher-wie-noch-nie/212.923.172

Glyphosat, Genfood, Hormone, Chlorhühnchen etc. hört man Vertretern von Politik und Medien zu, mag man schnell den Eindruck gewinnen, unser Essen sei durch und durch vergiftet. Nie in der ganzen Menschheitsgeschichte schien der Bissen ins täglich Brot, bzw “unser täglich Gift” wie der Name einer einschlägig grünen Doku einst hieß, so gefährlich zu sein wie heute. Das dies mit nichten der Fall ist, beschreibt eindrucksvoll Martina Salomon vom österreichischen Kurier. Von ein paar österreichischen Statistik-Fakten abgesehen, lassen sich die Ausaagen annähernd eins zu eins auf Deutschland und auch den Rest Mitteleuropas übertragen. Absolut lesens- und teilenswert!

Ernte: große Maschinen und Emotionen

http://m.rp-online.de/nrw/staedte/krefeld/366-ps-kraftprotz-verleiht-unabhaengigkeit-aid-1.6150866

Sowie der Sommer wieder zurückkommt, wird es draußen wieder mit der Ernte weitergehen. Norbert Stirken hat in RP online diesen Artikel veröffentlicht, in dem aufgezeigt wird, was es mit der Faszination der Ernte auf sich hat. Mähdrescher sind dabei sowohl profanes Werkzeug als auch Spiegel der Ernte-Emotionen. Ein Artikel der vielleicht dazu beitragen mag, den einen oder anderen Autofahrer zu mehr Gelassenheit zu verhelfen, wenn nächstes Mal ein Drescher vor ihm auf der Bundesstraße seinen Weg zum nächsten Schlag nimmt.

Landwirtschaft 4.0

http://www.badische-zeitung.de/wirtschaft-3/die-digitale-revolution-veraendert-die-landwirtschaft–125509692.html

Vielen Menschen außerhalb der Landwirtschaft mag es kaum bewusst sein, daß diese Branche seit zwei Jahrzehnten zu einer der innovativsten in Deutschland gehört. Ein Beispiel dafür ist auch der Einzug der Digitalisierung auf Maschinen und Ställen, die sogenannte Landwirtschaft 4.0.

Die Badische  Zeitung widmet sich in diesem Artikel diesem Phänomen und stellt an Hand verschiedener Beispiele die mutmaßlichen Vor- und Nachteile dieser Entwicklung dar. Daß diese jedoch den Strukturwandel der Landwirtschaft beschleunigen könnte, ist dabei nicht ganz nachvollziehbar. Jede neue Technik ist anfangs teuer, jedoch lassen ihre Kosten rasch nach. Inzwischen gibt es beispielweise gratis Parallelfahrhilfen als Handy-App. Zudem darf nicht vergessen werden, daß es sich hierbei, anders als in der analog bezeichneten Industrie 4.0 nicht um gänzlich digitalisierte Produktionsprozesse, die Digitaltechnik dient in der Landwirtschaft Arbeiten zu optimieren und bei deren Erledigung zu helfen. Pflanzen und Tiere wachsen halt nur mit biologischen Input und nicht mit Bits und Bytes. Von daher stellt die Digitalisierung keine absolute Notwendigkeit dar.

Alles in allem stellt dieser Artikel aber einen sehr informativen  Beitrag für alle Außenstehenden dar, die bisher Computer und Landwirtschaft noch nicht in einem sinnvollen Zusammenhang bringen können.

Das schwarz-weiße Monster

https://www.freitag.de/autoren/der-freitag/das-monster-auf-dem-acker

Wie man durch Halbwahrheiten, unbelegten Behauptungen und primitiver schwarz-weiß-Malerei die moderne Landwirtschaft verunglimpfen kann, beweißt diesmal Tanja Busse von Der Freitag. Für sie stellt die geplante Fusion zwischen Bayer und Monsanto eine riesige Gefahr für die Landwirtschaft und Welternährung dar, da diese beiden Firmen Herbizide herstellen und teilweise herbizidresistente Sorten züchten. Nach Aussage Busses hätte sich die moderne Landwirtschaft in eine Sackgasse manövriert, weil sich resistente Unkräuter zunehmend problematisch ausbreiten würden und keine neuen Wirkstoffe in Sicht seien. Schuld daran seien die beiden Agrarchemiekonzerne vornehmlich selbst. Daß resistente Unkräuter mehr und mehr zum Problem werden, ist an sich keine Neuigkeit. Besonders in Ländern und Regionen in denen versucht wurde und wird besonders kostenminimiert zu wirtschaften wurden über die letzten Jahrzehnte nach und nach jeweils das günstigste Präparat abgearbeitet, bis nichts mehr wirkte. Australien und Teile der USA sind hiervon besonders betroffen. Aber auch in Europa breiten sich Resistenzen bei Unkräutern -allein das Wort Unkraut findet Busse schon fragwürdig-  zunehmend dort aus, wo Fruchtfolgen und Mittelauswahl auf kurfristige Gewinnmaximierung getrimmt wurden. Jeder, der sich ein wenig mit der Materie beschäfftigt, merkt daß Resistenzen bei Unkräutern vornehmlich ein Problem von individueller Misswirtschaft sind. Frau Busse sieht dies aber anders, für sie sind die Hersteller, welche schon seit Jahr und Tag vor einseitiger Anwendung ihrer Präparate warnen, die eigentlichen Verursacher. Komischerweise wird dies in anderen Fällen genau andersherum betrachtet. Kein Mensch käme auf die Idee Antibiotikaresistenzen der Pharmaindustrie anzulasten. Das dieses Problem auf Seiten des Anwenders ensteht, scheint jedem klar zu sein, auch wenn dort gern die Schuld unter den verschiedenen Anwedergruppen hin und her geschoben wird.

Auch hinterfragt die Autorin in keinster Weise, warum es seit Jahren einen Stillstand in der Entwicklung von neuen Wirkstoffen gibt. In einer Zeit, in der Stoffe mit einer Giftigkeit von Backpulver, wie bspw Glyphosat, auf der öffentlichen Abschussliste stehen, verschlingt jedes neue Präparat Milliarden, bis es endlich eine Zulassung erhält. Wie unter solchen Gegebenheiten Innovationen entstehen sollen, mag jeder selbst entscheiden. Jedoch ist auch die Hartnäckigkeit, mit der Bayer die Fusionspläne vorrantreibt auch ebend diesen Umständen geschuldet.  

In der Sackgasse befindet sich die moderne Landwirtschaft damit noch lange nicht, im Gegenteil. Völlig ohne Argument und Beweiß behauptet Busse man bräuchte eine andere Landwirtschaft um in Zukunft die Welt ernähren zu können und mißachtet dabei völlig, daß es allein die von ihr ungeliebte moderne Landwirtschaft mit Düngern und chemischen Pflanzenschutz  war, beginnend mit der Grünen Revolution, die hunderte Millionen Menschen vorm Hungertod rettete und heute soviel Menschen wie niemals zuvor ernährt. 

Das Tier als ganzes genießen

http://www.nzz.ch/meinung/kommentare/was-wir-eigentlich-sind-tier-werden-ld.107512

Die Schweizer pflegen eine bewundernswerte Mischung aus absoluter Perfektion und realistischen Pragmatismus. Das spiegelt sich in gewisser Weise auch in diesem Kommentar Samuel Herzogs in der Neuen Zürcher Zeitung wieder. Was sich anfangs noch wie eine unterhaltsame Polemik liest, findet in der zweiten Hälfte sogar zu einem sachlichen Ergebnis und einer klaren und nachvollziehbaren Aufforderung an den Verbraucher. In den letzten Jahrzehnten haben wir unsere Zivilisation offensichtlich immer mehr in die Richtung definiert, nicht mehr alles essen zu müssen. Dabei geht der Autor gar nicht mal auf die Entfremdung ein, die diese Entwicklung mitsich trug und heute zwischen Gesellschaft und Landwirtschaft zu Tage tritt. Immerhin lässt Herzog es fälschlicherweise so klingen, als würden große Teile des Nutztieres ungenutzt weggeworfen werden, was mit nichten der Fall ist. Vieles wird in die Länder exportiert, in denen diese von uns verschmähten Teile als Delikatesse gelten. Wie sehr dabei Herzogs Vorwurf der Kulturarroganz zutrifft, merkt man dann, wenn man die Berichterstattung über Lebensmittel-, besonders Fleischexporte, verfolgt. Welche klar rassistsiche Konotation mitschwingt, wenn dort behaubtet wird, wir würden unseren “Müll” und unsere “Schlachtabfälle” in die Welt verschiffen, wird wohl den wenigsten tatsächlich klar. Der Chinese, der sein delikates Scheineohr genießt, oder der Afrikaner der sich aus Hühnerklein ein hervorragendes Frikassé oder eine Reispfanne nit Huhn bereitet, wird damit aber einfach  zum Müllschlucker Europas degradiert, der einfach zu dumm oder zu unterdrückt und damit zu arm sei sich ein vernünftiges Filet zu leisten. Jeder der über Agrarexporte schimpft, sollte sich anhand dieses Kommentars überlegen, ob er lieber die ungeliebte Teile in der Kadavertonne oder Fiffis Hundenapf sehen möchte und sollte dabei auch mal seine Essgewohnheiten, v.a. im Vergleich zu anderen Menschen und Kulturen hinterfragen. Wir leben in einer Zeit und auf einem Kontinent, die es uns materiell gestatten uns so zu ernähren, wie wir es selber wollen: mit oder ohne Fleisch, vegan, frutan, paleo etc. Das alles wird aber stets nur dann funktionieren wenn grade nicht die gesammte Menscheit das selbe tut!

Einen Kampf gegen Naturgifte

http://www.nordkurier.de/mecklenburg-vorpommern/landesamt-sperrt-weide-wegen-giftiger-pflanzen-2524117307.html

Führt derzeit das Landesamt für Landwirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern. Das giftige Jakobskreuzkraut scheint sich dort inzwischen ähnlich dramatisch ausgenbreitet zu haben, wie in manchen Teilen Schleswig-Holsteins. Auf alle Fälle sah sich die Behörde nun, nach Aussagen des Nordkurier dazu veranlasst einem Biolandwirt Teile seines Betriebes zu sperren um den aggressiven Neubürger zwangsweise zu bekämpfen. Was in dem kurzen Bericht leider nicht weiter ausgeführt wird, ist die Tatsache das von dem Kraut nicht nur für den Bewirtschafter der Fläche und seinen Tieren eine Gefahr ausgeht. Da die giftigen Pyrrolizidin-Alkaloide in hoher Konzentration in der gelben Blüte dieser Pflanze vorkommen, werden diese von Bienen mit aufgenommen und finden sich in oftmals gesundheitlich bedenklichen Konzetrationen im Honig auf unserem Küchentisch wieder. Die Bekämpfung dieses Krautes stellt daher eine absolut notwendige Maßnahme dar, auch wenn sich grüne Parteien und Verbände immer wieder gern dagegenstellen, die ansonsten immer wieder gerne Verbraucherschutz predigen!

Ein Mikrokosmos für sich

http://nrz.m.derwesten.de/dw/staedte/duisburg/duisburger-landwirte-muessen-einfallsreich-sein-id12038685.html

ist die Landwirtschaft in und im Dunstkreis einer Großstadt. Fabienne Piepiora von der NRZ beschreibt dies eindrucksvoll in diesem Artikel. Landwirtschaft in einer Stadt zu betreiben bedeutet zahlreiche Einschränkungen, aber auch riesige Chancen. Es werden eine Reihe Betriebe vorgestellt, die alle ihren Weg gefunden haben um mit diesen Bedingungen zu leben und zu wirtschaften. Es scheint so, als spiegele die Autorin damit die Landwirtschaft der ganzen Republik wieder, die sich in ihrem Facettenreichtum hier rund um Duisburg wiederfindet

Lasst uns unsere Geschichte erzählen

​http://m.faz.net/aktuell/feuilleton/lebensmittel-industrie-ernaehrung-bekommt-jetzt-mehr-gewicht-14349599.html

Essen scheint für viele von uns eine ganz profane Angelegenheit zu sein, ebend die täglich Nahrungsaufnahme ala Grundlage zum Weiterleben. Vielleicht ist es genau dieser Aspekt, der scheinbar breite Trennlinie zwischen Landwirtschaft und Verbraucher zieht. Das legt zumindest dieser Artikel von Melanie Mühl in der Frankfurter Allgemeinen nahe, denn das “urbane” Millieu unserer verstädterten Gesellschaft sucht etwas anderes im Essen als nur den reinen Nährwert. Beruflich wie privat in einer großteils künstlichen und digitalisierten Welt unterwegs, sehnt man sich zu der handwerklichen Einfachkeit vergangener Tage zurück. Craft Beer lautet eines der Stichworte und der im Artikel beschriebene Lifestyle-Schlachter belegt eindrucksvoll, daß auch Fleischgenuss alles andere als unhipp ist. Vielleicht hat das urbane Millieu noch ein Problem: sie sind im Prinzip furchtbar uniform und ihr Lebenswandel stinkenlangweilig, so daß sie ihren Partnern, Freunden und Bekannten keine spannendere Geschichten als die Herkunft ihres Essens erzählen können.

Doch was heißt das konkret für uns Landwirte? Eigentlich nur Positives, sofern wie diese Zeichen der Zeit zu erkennen lernen. Im Prinzip bietet die moderne bäuerliche Landwirtschaft alles wonach sich die urbane Jugend sehnt: Handwerk, Tradition, spannende Geschichten, Moderne, Digitalisierung, Identifikation, etc.

Es gibt schon einige die das verstanden haben, aber offensichtlich nicht genügend, daß die Landwirtschaft als Ganzes Teil dieses Hypes geworden wäre. Denn eines ist das urbane Millieu auch: informiert! Ein paar Klicks reichen um via Google und Wiki Antworten auf alle Fragen der Welt zu bekommen, auch wenn diese oft Substanz vermissen lassen. Meinungen können aber nur durch die Informationen beeinflusst werden, welche auch gefunden werden. Also verstecken wir uns nicht weiter, sondern lasst uns unsere Geschichten erzählen, ansonsten macht es wer anderes für uns!

Es grünt so grün

https://twitter.com/MaxCRoser/status/757234895680929792

Leider kenne ich die ursprüngliche Quelle zu diesem Tweed nicht, dennoch möchte ich dieses tolle Bild niemanden vorenthalten. Zeigt es doch, wie Europa in den letzten 100 Jahren deutlich grüner geworden ist. Wald hat sich in dieser Zeit deutlich ausgedehnt und somit ist, anders als gerne ost behauptet, die Größe der eher extensiv genutzen Fläche deutlich gestiegen.

Die Gründe hierfür mögen vielfältig sein. Zum einen ist es die Etablierung moderner landwirtschaftlicher Methoden, wodurch Erträge stiegen, aber auch der Kapitaleinsatz. Somit wurden viele ertragsschwache Standorte zur Bewirtschaftung uninteressant und wurden sich selbst überlassen. Gleiches gilt im Bereich der Tierhaltung. Durch höhere Leistungen wurden die Viehbestände, insbesondere nach dem zweiten Weltkrieg deutlich zurückgefahren, so daß auch ertragsarmes Grünland mancherorts sich selbst, und damit der Bewaldung überlassen wurde. Weitere Gründe sind sicher auch in den seit Ende der 1970er Jahren zunehmend betriebenen “Ausgleichsmaßnahmen”, also meistens der überproportinalen  Anpflanzung von Bäumen als Ersatz für durch Bauarbeiten oder Flurbereinigungsmaßnahmen gefällte Bäume und Büsche.

Ein weiterer Punkt, der auch eine gewisse Rolle spielt, auch wenn man ihn in bestimmten Kreisen ungern hören möchte, ist die Zunahme des Kohlendioxidgehaltes in der Athmosphäre. Dieser führt zu einem Düngungseffekt, da eine Vielzahl von Pflanzen das lebensnotwendige CO2 so deutlich effektiver aufnehmen können. Auch in Afrika lässt sich eine deutliche Zunahme der Vegetation ind en letzten rund dreißig Jahren beobachten, der von manchen Experten  auch auf ebend diesenb Effekt zurückgeführt wird.