Als am vergangenen Freitag der vom Landvolk organisierte Demonstrationszug vor dem niedersächsischen Landwirtschaftsministerium halt machte, sorgte es in der Menge der Teilnehmer für gewissen Unmut, als sich nicht, wie erhofft, der Hausherr selbst, sondern lediglich ein Staatssekretär den Anliegen der Menge stellte. Da k diesen Artikels der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung ist nun aber klar, daß der Minister sich zu dieser Zeit einer ganz anderen wütenden Menge stellen musste: der Opposition im hannoverschen Landtag. Daß seine Politik, seine mangelnde Kompetenz und vor allem seine moralischen Fähigkeiten untauglich für einen Ministerposten welcher Art auch immer sind, ist auch in den Reihen der Opposition klar, vermutlich auch in großen Teilen der SPD-Fraktion. Trotzdessen der Minister nun Druck von allen Seiten bekommt, wird er wohl dennoch, dem Koalitionsfrieden wegen, weiter auf seinem Stuhl kleben bleiben. Bisher hat noch keiner seiner Skandale und Verfehlungen ihn stürzen können. Dennoch, der Wind wird härter, der ihm entgegenblässt. Zukünftig wird man ihm umso stärker auf die Finger schauen!
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Von wegen böse Spekulanten
http://www.nzz.ch/spezial/was-der-mensch-isst/essen–die-verpoente-handelsware_1.18605413
Die Preise für Lebensmittel und landwirtschaftliche Rohstoffe haben in den vergangenen Jahren eine teilweise schwindelerregende Achterbahnfahrt hinter sich. Hierzulande mit unseren fast beispiellos geringen Ausgaben für unser tägliches Brot und den Konsum teilweise hochverarbeiteter Lebensmittel, in denen der Ausgangsrohstoff nur noch eine untergeordnete Rolle spielt, dürfte der Verbraucher an der Supermarktkasse kaum davon Notiz nehmen. In anderen Regionen sieht dies aber deutlich anders aus, so daß man nicht selten die seinerzeit stark angezogenen Getreidepreise als einer der Mitauslöser der Arabellion präsentiert bekommt.
Wer an diesen Schwankungen Schuld ist, das weiss man im links-grünen Milieu sofort, für sie sind es eindeutig böse, schmierige Spekulanten in einem entfesselten Raubtierkapitalismus. Wie wenig solche Klassenkampfparolen mit der Realität gemein haben und wie widersinnig totale Regulierung von Kontrakthandeln bis hin zum Verbot von Warenterminbörsen tatsächlich ist, zeigt Thomas Fuster von der NZZ in diesem Artikel.
Angemerkt sei jedoch noch dieser kleine Denkansatz: Spekulationen lohnen sich in der Regel nur bei knappen Gütern, denn Überangebot ruiniert immer den Preis. Wer ständig die Extensivierung der Landwirtschaft fordert, wobei das in den letzten Jahren eh schon knappe Angebot die Preise hochtreibt, braucht natürlich auch eine Ausrede…
Der Dürre getrotzt
Haben viele unserer Getreidebestände, wie sie anderso auch völlig Übernässung standgehalten haben. Hier berichtet Jan Grossarth von der FAZ wovon andere lieber schweigen mögen, den Erfolgen der modernen Landwirtschaft. Trotz aller Unnwirtlichkeiten konnte Landwirte dieses Jahr mittlere bis sehr Ernten einfahren. Die Gründe sind simpel, je besser, kräftiger und gesünder Pflanzen sind, desto besser können sie ungünstige Phasen überstehen. Durch eine optimale Versorgung schöpft ein Pflanzenbestand die möglichen Ressourcen bei sich optimal aus, so daß in solchen Jahren wie diesen große Ertragsspannen entstehen können, die selbst schon innerhalb eines einzigen Betriebes stark variieren können. So hatte ich persönlich dieses Jahr auf zwei verschiedenen Schlägen sowohl den zweitschlechtesten als auch den zweitbesten Roggenertrag meiner Erinnerung.
Eines kann man Grossarths Ausführungen noch entnehmen: wie wichtig gerade ein funktionierender Welthandel im Lebensmittelbereich ist. Irgendwo auf der Welt gibt es immer schlechte als auch gute Ernten. Nur der Handel mit den Überschüssen kann das ausgleichen und dafür sorgen, daß das alte Bild “Dürre gleich Hungersnot” sich endlich überlebt hat!
Alles gegen den Klimawandel
http://www.spektrum.de/news/wie-wird-die-kuh-klimafreundlicher/1359659
Geht es darum den Klimawandel stoppen zu wollen, scheint kein Ansatz tabu zu sein. Wie Spektrum berichtet, haben US-Forscher ein Futterzusatz entwickelt, der die bakterielle Veratmung bei Wiederkäuern und somit die Methanemission verringern kann, getestet. Das hierdurch logischerweise auch die Futterverwertung der Tiere deutlich verbessert wird, lässt sich dabei gut in der Euphorie der Klimarettungslösung mit einbauen. Würde hingegen ein landwirtschaftliches Fachmedium dieseb Zusatz als neuen Ansatz zut Effizienssteigerung in der Rinderhaltung preisen und die Klimarettung als großartiges Nebenprodukt preisen, könnte man sich sicher sein, daß damit ein weiterer Sturm der Entrüstung über die “profitgierige Agrarindustrie” hereinbrechen würde. Es kommt halt darauf an wie man Inovationen präsentiert!
Hört auf zu essen!
http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/warum_wir_wohl_bald_aufhoeren_muessen_zu_essen
Diesen Tip gibt Ulli Kulke in seinem Artikel auf Achse des Guten allen, die in der leidigeb aktuellen Glyphosat- und Grenzwertdebatte das Verbot von allem und jedem fordern, was in irgendeiner Weise, vielleicht, unter Umständen, eventuell gefährlich seien könnte. Diejenigen die diese Debatte führen, werfen getrost das fast fünfhundert Jahre alte Credo, das erst die Dosis das Gift mache, getrost über Bord. Ihnen geht es dabei viel weniger um das Glyphosat direkt, als vielmehr um eine schleichende Zwangsökologisierung der Landwirtschaft. Dieser Artikel ist wirklich gelungen und fast lesenswert die Hintergründe dieser unsäglichen Kampagne zusammen.
Über die “colère agricole”
http://www.nzz.ch/meinung/kommentare/was-die-wut-der-bauern-ueber-frankreich-aussagt-1.18586614
In diesem Kommentar von Michael Ferber in der Neuen Zürcher Zeitung wird nüchtern, jedoch auch leider etwas zu oberflächlich der Unsinn der französischen Bauernproteste thematisiert. (dazu Freiwillige Selbstverstaatlichung)
Grüne Landnahme
Wer von sich selber ablenken möchte, zeigt am besten ersteinmal mit dem Finger auf andere. Das ist im links-grünen Millieu nicht anders. Während man fragwürdige Kampagnen gegen so genanntes “Landgrabbing” startet, sicher man sich hier vor Ort Parzelle um Parzelle. Ob es für die eigenen Naturschutzideen unbedingt nötig ist Eigentümer des Landes zu werden scheint fragwürdigt. Detlef Steinert Chefredakteur des DLZ Agrarmagazins beschreibt hier das Ausmaß dieser grünen Landnahme. Den agierenden Organisationen ist dabei anscheinend auch immer häufiger die Anerkennung als aktiver Landwirt wichtig, einen Status der zum Erhalt von Direktzahlungen und weiteren Prämien unerlässlich ist. Das legt den Schluss mehr als nahe, daß es weniger um die Natur als viel mehr um die lukrative Anlage der Spendengelder der Ökolobby geht.
Der demokratische Griff ins Kühlregal
http://www.theeuropean.de/carl-albrecht-bartmer/10325-zukunft-der-massentierhaltung#10325
DLG-Präsident Carl–Albrecht Bartmer beschreibt in diesem hervorragenden Beitrag im The European welche elitäre Scheindebatte um unseren Fleischkonsum und die Tierhaltung in Deutschland geführt wird. Ob wir überhaupt Fleisch essen wollen und wie dieses produziert werden soll, darüber stimme, so stellt Bartmer deutlich herraus, der Verbraucher täglich demokratisch durch seinen Griff in die Kühltheke ab.
Ein absolut lesenswerter Artikel der jedem verdeutlicht wie dünn die Argumentationslage des Ökomainstream ist.
Freiwillige Selbstverstaatlichung?
http://www.taz.de/Misere-der-franzoesischen-Landwirtschaft/!5215694/
Jost Maurin von der taz ist immer wieder für Überraschungen gut wenn es um seine Berichte zur Landwirtschaft geht. Diesen huer kann man als durchaus positiv für die Deutschen Bauern bezeichnen, denn er entlarvt zumindest oberflächlich die Scheinheiligkeit des französischen “Bauernaufstands”, der zwei typisch französische Feinbilder pflegt: die Regierung und Deutschland.
Ehrlicherweise hätte man das Thema noch deutlich vertiefen können, ist doch ein großer Teil der französischen Misere hausgemacht. Egal was in unserem Nachbarland schief läuft, seine Identität beweist man allzu gern dadurch daß im in gewisser Regelmäßigkeit aufs neue (wenn auch deutlich abgemildert und ohne Fallbeil) die Revolution ausruft. Schon aus vorherigen Protesten haben sich dabei die Landwirte der Grand-Nation dadurch hervorgetan bürgerkriegsähnliche Zustände herzustellenden. Hier in Deutschland mag das unter Standesgenossen gewisse Sympathien hervorrufen, benimmt man sich hier doch quasi komplett diametral, zielführend ist es dennoch nicht. Ähnliche Proteste der Vergangenheit haben letztlich zu der weitestgehend sozialistischen Marktordnunh des Landes geführt. Das ausgerechnet die deutsche Landwirtschaft zu Frankreichs Ungunsten verzerrt sein soll ist angesichts des massiven Protektionismus der Branche in unserem Nachbarland geradezu absurd. Trecker bedürfen dort weder Tüv noch Zulassung und fahren mit verbilligten Heizöl durch die Gegend. In den Ställen stehen Rinder mit kupierten Schwanzen und Gänsen deren Leber durchs Stopfen mittels Trichter extremst vergrößert sind, während über ihnen die Lampe dank hochsubventionierten Atomstrom für zwei, drei Cent, quasi umsonst brennt. Pflanzenschutzmittel die in Deutschland längst verbannt wurden zählen hier noch zum Standardrepertoire. Alles in allem hätten wir eigentlich Gründe uns zu beschweren.
Doch Frankreich tickt anders. Schaffte ein Unternehmen es trotz, bzw gerade wegen, aller protektionistischen Bemühungen nicht mehr mit dem Wettbewerb mitzuhalten wurde es einfach verstaatlicht und man machte heiter weiter wie bisher. Hat man doch bis heute annähernd 300 Mio Menschen in seinen “Ex”Kolonien, die Dank durchdachter Vertragswerke bevorzugt französische Waren beziehen, egal wie teuer oder rückständig sie sein mögen. Statt als Hobbyrevolutzer und freiwilliger Grenzschützer seine Zeit zu verbringen sollte man sich unsere französischen Berufskollegen lieber daran setzen, wie sie ihre Betriebe in einer Marktwirtschaft unter Wettbewerbsbedingungen erfolgreich entwickeln können. Ein Schritt der nach jahrzehntelanger Verhätschelung sicher schmerzhaft ist, bzw. für manche finanziell wohl nicht mehr möglich sein wird. Alles andere wäre nur ein Herauszögern der Katastrophe mit evtl den gleichen Weg den große Teile der Industrie im Hexagon bereits beschritten ist: der Verstaatlichung!
Im Westen nichts Erfreuliches
Es ist ja nicht so, als würden unsere Medien keine Expertenstimmen zu den Themen hören wollen, über die sie berichten. Vielmehr kommt es darauf an was diese sagen. Unser Rundfunk und unsere Zeitungen haben ein klares Bild der Welt: im Westen gibt es nichts Erfreuliches mehr. Unser Essen ist vergiftet, die Umwelt zerstört, Tiere werden gequält und die Gentechnik wird uns alle vernichten. Bei solch vorgefassten Meinungen kann man keine neutralen oder gar positive Stimmen in der eigenen Berichterstattung gebrauchen. Landwirte zu Agrarthemen, Wissenschaftler zu Technik und Fortschritt zu interviewen würde schließlich die eigene Angstpropaganda untergraben und die bringt bekanntlich nach nackten Brüsten die beste Quote (Hauptsache kampagnefähig). Eine persönliche Erfahrung zu dieser Gegebenheit schildert hier Martin Moder auf dem Scienceblog.
Stattdessen bedient man sich lieber sogenannter “Fachreferenten” der verschiedensten NGOs, ist die Zusammenarbeit mit ihnen doch umso befruchtender. Nur wenn es ein Weltuntergangsszenario nach dem anderen möglichst breit in die Medien schafft, klingeln bei den selbsternannten Weltrettern auch die Kassen, dafür liefern sie gerne Themen und und für Ihre Zwecke dienliche Argumente!