Enttarnung der Weltuntergangspartei

http://www.stern.de/gesundheit/glyphosat-in-muttermilch–die-umstrittene-stichprobe-der-gruenen-6324356.html?utm_source=facebook-fanpage&utm_medium=link&utm_campaign=010715-1310

Für einen ruhigen und sachlichen Journalismus mag Der Stern für viele sicher nicht vorrangig stehen. Seine beiden Autorinnen Ilona Kriesl und Lea Wolz konnten nun aber auf brilliante Weise das Gegenteil beweisen und zeigen wie Qualitätsjournalismus funktioniert.

In Ihrem Artikel nehmen sie nicht nur, ähnlich wie Hartmut Wewetzer vom Tagesspiegel (Ein Journalist der rechnen kann), die Glyphosat-in-der-Muttermilch-“Studie” der Grünen auseinader, vielmehr noch demaskieren sie die Grünen als eine Weltuntergangspartei, die versucht mit apokalyptischer Angstmacherei Aufmerksamkeit und letztlich Wähler zu finden.
Im Gegensatz zu vielen ihrer Kollegen haben die beiden Stern-Journalistinnen für ihren Artikel Fachleute zu Rate gezogen und bringen es auf den Punkt: mit den heutigen Analysemethoden lässt sich wohl fast jedes Gift der Welt in der Muttermilch nachweisen! Und genau aus diesem Grund gibt es Grenzwerte, denn eine Analyse die einen gesuchten Stoff nicht findet ist letztlich einfach nur noch nicht sensibel genug!

Fazit: Beide Daumen hoch für den Stern und ihre beiden Autorinnen Ilona Kriesl und Lea Wolz!

Ein Journalist der rechnen kann

http://www.tagesspiegel.de/weltspiegel/untersuchung-im-auftrag-der-gruenen-wie-gefaehrlich-ist-glyphosat-in-muttermilch/11975316.html

So kann man zu Recht Hartmut Wewetzer vom Tagesspiegel bezeichnen, denn er hat sich gegenüber vielen seiner Kollegen von der umstrittenen Glyphosatstudie (Was Glyphosat, Schokolade und die Zeitungskrise gemeinsam haben) nicht in die Irre führen lassen. Durch simples Nachrechnen der gefundenen Rückstände und der erlaubten Grenzwerte zeigt er die Unsinnigkeit der Studie auf. Zudem zeigt er, wie unwissenschaftlich gearbeitet wurde und wie daher die genannten Werte selbst zu hinterfragen sind, immerhin liegen diese unterhalb der Nachweisgrenzen der anerkannten Analysemethoden, was letztlich mehr Fragen als Antworten aufwirft.

Herrn Wewetzer sei daher herzlichen Dank, daß er sich kritisch mit solch Panikmeldungen auseinandergesetzt hat und sie in diesem Artikel zusammengefasst hat.

Was Glyphosat, Schokolade und die Zeitungskrise gemeinsam haben

http://www.zdf.de/planet-e/mit-einer-manipulierten-diaet-studie-decken-die-filmautoren-die-tricks-der-diaetindustrie-auf-38615664.html

Gerade einmal vorgestern präsentierte ich hier wie Thilo Spahl vom The European die Medien- und Politkampagne gegen Glyphosat auseinandwer genommen hatte (Glyphosatdurstige Säuglinge gesucht). Dabei warf er die Frage auf, wie eine dermaßene Falschmeldung, wie die der angeblich übermäig belasteten Muttermilch es überhaupt ohne jede Überprüfung in die Medien schaffen kann. Daß das kein Ausnahmefall ist, zeigen die Journalisten mit diesem oben stehenden Fall nun selber auf:

Das ZDF wollte die Tricks der Diätindustrie aufdecken und bastelte sich selbst eine Studie zusammen, die zu dem Schluß kam, daß Schokolade dünn machen würde. Schnell sieht man, daß bei dieser Studie alle Tricks zur Anwendung kamen, die wir nicht nur bei der “Glyphosat in der Muttermilch”-Studie wiederfinden: Eine sehr kleine Probandengruppe (komischerweise in beiden Fällen 16), ein fingiertes Forschungsinstitut und ein Versuchsaufbau der schon direkt auf das gewünschte Ergebnis ausgerichtet ist.

Diese vom ZDF fingierte Studie ist ein Paradebeispiel, wie unkritisch unsere Medien mit solchen Nonsense-Inhalten umgehen. Sie schaffte es, ebenso wie die Glyphosatstudie, in alle großen Zeitungen und sonstige Medien, teilweise sogar auf die Titelseite. Ein simples Telefonat mit den angeblichen Autoren der Studie hätte den Schwindel sofort aufdecken können, doch selbst dazu sahen sich die Damen und Herren vertreter der schreibenden Zunft anscheinend nicht in der Lage.  Glyphosat in der Muttermilch und Schokolade die dünn machen, sind zwei hervorragende Beispiele, welche Glaubwürdigkeit unsere Medien noch besitzen und wie leicht sie sich somit vor den Karren beliebiger Kampagnen spannen lassen!

Glyphosatdurstige Säuglinge gesucht!

http://www.theeuropean.de/thilo-spahl/10324-die-gruenen-und-die-anti-glyphosat-kampagne

Der aktuelle Medienhype um angebliche Glyphosatfunde in der Muttermilch US-amerikanischer Mütter zeigt ein weiteres Mal, wie leicht man sich einen Skandal zusammenkonstruieren kann und wie leichtgläubig und unkritisch unsere Medien deartige Themen wie ein Schwamm aufsaugen. Thilo Spahl vom The European hat sich in diesem Artikel genau mit dieser Thematik beschäftigt und legt eindrucksvoll offen, wie man aus unspektakulären Analysen einen spektakulären Skandal baut, in dem man mit Einheiten, Grenzwerten, eingeschränkten Stichprobeumfängen usw. hantiert. Quintessenz des amerikanischen Glyphosatfundes: bei sehr durstigen Säuglingen, die etwa 1,6 Mio l (1.600.000 l) Muttermilch am Tag trinken, ist unter Umständen, eventuell, vielleicht ein gesundheitliches Risiko zu erwarten.

Zu solchen Ergebnissen kann man schnell mit Hilfe des guten alten Dreisatzes kommen, den man in der Regel spätestens in der vierten Klasse gelernt hat. Die Journalisten unserer “Qualitätsmedien” hingegen scheinen ganz offensichtlich dazu nicht befähigt!

Um den Ruf der Bauern bemüht?

http://www.welt.de/politik/deutschland/article142986938/Diese-Irrtuemer-versauen-den-Ruf-der-deutschen-Bauern.html

Kurz nachdem die Neue Zürcher Zeitung in einem ihrer Onlineartikel für mehr Verständnis den Bauern gegenüber warb (Wie man mit Landwirten umgeht), versucht sich nun auch Die Welt an diesem brasndaktuellen Thema. Ähnlich dem Artikel der NZZ fast auch dieser etwas kurz, nur stellt sich beim genauen Lesen auch eine andere Frage: Geht es der Welt wirklich darum den Ruf der deutschen Bauern zu wahren? Auf dem ersten Blick vielleicht, möchte man doch angeblich an Hand einiger Beispiele die zunehmenden Kampagnen gegen uns Bauern den Wind aus den Segeln nehmen. Doch statt die Argumente dieser Beispiele konkret zu widerlegen werden sie teilweise eins zu eins wiedergegeben, wenn beispielsweise die fragwürdige Behauptung unkommentiert dahingestellt wird, daß die deutsche Landwirtschaft eine doppelt so hohe Umweltbelastung wie der Starßenverkehr hätte, ja sogar für die Hälfte aller Belastungen überhaupt verantwortlich sei.

Grundsätzlich ist jeder Artikel der die massive Rufschädigung der deutschen Bauern thematisiert zu begrüßen, trotzdem stellt sich die Frage, welche Intuition hinter diesem stand. Ist der Artikel einfach nur schlecht gelungen, vielleicht auch weil er intern als Pflicht angesehen wurde das ehemals ausgeprägte konservative Profil des Blattes in dieser Thematik nicht gänzlich zu verlieren, insbesondere nachdem gerade die NZZ diese aufgegegriffen hatte? Es lohnt sich auch zu schauen, wer diesen Artikel verfasst hat. Claudia Ehrenstein, hatte sich Anfang April bereits in einem anderen Artikel der Welt mit eben dieser Umweltbelastung befasst, von daher ist es kaum verwunderlich, daß sie diese jetzt so stehen lässt (http://www.welt.de/politik/deutschland/article139249559/Studie-legt-Oeko-Suenden-der-Massentierhalter-offen.html). Auch weitere Artikel ihrer Historie beid er Welt zeigen, daß sie sich bisher nicht damit hervorgehoben hat oft angeführte Mythen und Irrtümer über die Landwirtschaft zu hinterfragen. Hoffen wir, daß sich das durch ihren eigen Artikel zukünftig ein wenig bessert!

Wie man mit Landwirten umgeht

http://www.nzz.ch/meinung/kolumnen/im-umgang-mit-landwirten-ld.647

Die Neue Züricher Zeitung geht in diesem Online-Artikel auf das Bild ein, das die meisten Menschen heutzutage von Landwirten und wie sich dieses oftmals von der Realität unterscheidet. Zudem schildern sie, wie man im Angesicht der damit häufig verbundenen Diskrepanz zwischen Vorstellung und Wirklichkeit richtig und konfliktfrei mit uns Landwirten umgeht.

Leider fasst der Artikel das Thema relativ kurz an, dennoch ist es Balsam auf die Seele, wenn hier Verständnis für uns und unsere Arbeit gezeigt und vermittelt wird, wobei hierbei zu bedenken ist, daß es sich bei der NZZ um eine schweizerische Zeitung handelt, einem Land das sowieso einen ganz anderen Umgang mit seinen Bauern pflegt, als wir Deutschen. Als deutschsprachiger Artikel für die die breite Mehrheit der unvorbelasteten hierzulande dürfte er aber dennoch hervorragend verwendbar sein.

Hoffen auf Regen

http://www.wetteronline.de/wetterticker?postId=post_7856944

In dem Video zu diesem Bericht von Wetteronline wird sehr gut geschildert, was momentan das größte Problem für viele Bauern in Deutschland ist: die anhaltende Dürre. Während viele sich über die sonnigen Tage des diesjährigen Frühsommers freuen, schaut unsereins inzwischen mit großen Bauchschmerzen auf die Felder, auf denen besonders das Getreide gerade verdorrt. Ein Problem, das vielen Menschen ohne landwirtschaftlichen Hintergrund in Zeiten voller Supermarktregale oftmals nicht bewusst ist.

Meine Heimat, Nordost-Niedersachsen trifft es mit seinen sehr sandigen Böden, die nur einen geringen Wasservorrat speichern können dabei besonders hart. Während die Wintergerste, welche jetzt in die Reife übergeht vielleicht noch mit zwei blauen Augen davon kommen mag, sind beim Roggen, welcher bevorzugt auf den sandigsten und damit auch trockensten Böden angebaut wird massivste Ernteausfälle, stellenweise sicherlich bis zum Totalausfall zu erwarten. Der Weizen steht auf manchen Standorten noch recht kräftig da. Bei ihm würden jetzt eigentlich die Körner wachsen, woran ihn das mangelnde Wasser hindert. Welche Ernte vom Weizen zu erwarten ist, ist dabei noch unklar, auf alle Fälle wird auch sie alles andere als begeisternd sein.

Wer wie ich keine Möglichkeiten hat seine Äcker zu beregnen, dem bleibt im Moment nur noch hoffen und Beten. Die Hoffnung liegt in meinem eigenen Betrieb dabei voll auf den Hackfrüchten, also Kartoffeln und Rüben, wobei letzteren durch die Trockenheit auch schon stark zugesetzt wurde, die aber, sofern jetzt endlich Regen kommen sollte, zumindest einen Teil wieder gutmachen können.  Auch wenn die Prognose für die kommenden Tage noch immer keine Erlösung von der Dürre verspricht hoffen wir weiter, daß das kühle Nass baldmöglichst wieder vom Himmel fallen mag!

Bauern sind keine Risikopatienten!

http://www.noz.de/lokales/werlte/artikel/584386/wette-im-emsland-landwirte-nicht-haufiger-keimbelastet#gallery&0&0&584386

Zu diesem Ergebnis kommt ein Test unter rund 350 Landwirten im Osnabrücker-Land auf Grund einer Wette. Wer sich noch an den unsäglichen Artikel der ZEIT Ende November vergangenen Jahres erinnert, dem mag vielleicht noch der Satz im Gedächnis geblieben sein, daß Landwirte per se Risikopatienten seien, wegen ihrer hohen BElastung an MRSA-Keimen und daher bei jedem Krankenhausbesuch obligatorisch in die Isolierstation eingeliefert werden müssten. Wie wenig das mit der Realität zu tun hat und welche dumpfe Hetze hinter solchen Sätzen stand und steht, dürfte indes dieser freiwillige Test bewiesen haben.

Schau ins Feld!

So heißt die aktuelle Aktion der Pflanzenschützer. Ich selbst beteilige mich dabei auch. Dabeiw erden in den Äckern sogenannte Spritzfenster angelegt, daß heißt auf einer kleinen Parzelle des Feldes wird in diesem Jahr keinerlei chemischer Pflanzenschutz angewendet. Damit soll den interessierten Verbraucher gezeigt werden, wie wichtig der Pflanzenschutz für die Landwirtschaft ist. Gerade in Anbetracht des Kahlschlags der EU bei einem Großteil unserer Wirkstoffe und der momentan unsachlich geführten Glyphosatdebatte sind solche Aufklärungsaktionen ein wichtiger Baustein die breite,  nichtlandwirtschaftliche Bevölkerung für dieses wichtige Thema zu sensibilisieren.

SAMSUNG

Gestern kamen nun die Schiölder für meine vier Kulturen (Blaue Lupine, Winterroggen, Zuckerrübe und Stärkekartoffel) an. Passend ein Tag vor dem langen Himmelfahrtswochenende, so daß ich sie sogleich auch aufstellte. Immerhin sind in den Rüben und Lupinen schon deutliche Unterschiede bezüglich der Verunkrautung zu sehen.

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Nur schade, daß das Wetter heute nur mäßig mitspielt, was wohl die Zahl der Radfahrer und Spaziergänger wohl etwas in Grenzen halten wird. Da diese Schilder aber bundesweit auf unseren Feldern stehen und die Aktion bis zur Ernte läuft, werden noch viele Leute genug Zeit haben mal einmal ins “Feld zu schauen”. Haben Sie also keine falsche Scheu, wenn Sie ein solches Schild irgendwo am Feldrand stehen sehen und schauen sich bitte einmal in Ruhe an, was moderner Pflanzenschutz leistet!