Übermenschliche Kornkreise

Immer wieder tauchen im Frühsommer faszinierende Kornkreise mit einer geheimnisumwogenden Aura auf. Für Ufologen und andere Aluhutträger sind die Verursacher dieser konzentrischen Kreise klar übermenschlicher, ja sogar außerirdischer Natur. In der Regel wird dabei jedoch ganz menschlicher ein anonymer Künstler als Urheber dahinter stehen, wobei innigst zu hoffen ist, daß er sein Kunstprojekt mit dem jeweiligen Landwirt abgesprochen hat und eine angemessene Entschädigung ausgehandelt wurde, denn je nach Größe entstehen durch diese Kreise erhebliche Schäden am Getreide.

Kornkreise_Rehwild_Balttzeit_Brunft_Weizen.jpg

Dennoch, es gibt sie, die übermenschlichen, wenn auch nicht außerirdischen, Kornkreise und davon entdeckte ich nun nach der Ernte welche auf den Stoppeln meines Weizens. Hier war kein Künstler am Werk und niemand hat sie mit mir abgesprochen, doch wer ist der Urheber dieser Kreise? Diese Antwort lässt sich ganz ohne geheime Kraftfelder und außerirdischem Hinzutun erklären, es waren liebestolle Rehen. Zur Erntezeit findet die Brunft, die sogenannte Blattzeit, der Rehe statt. Der Rehbock muss dabei tagelang hinter der Ricke, dem weiblichen Reh, hinterherlaufen bis es zur Paarung kommt. Oftmals laufen die beiden Rehe dabei quasi ewig stumpf im Kreis, wobei der schon reife Weizen durch ihre Tritte ausgedroschen wird und besonders in diesem feuchten Sommer frühzeitig auf dem Boden zu keimen beginnt. Das Resultat sind dann solche grünen Ringe im Weizen.

Die muffigen Sekten unserer Zeit

http://m.welt.de/vermischtes/article157768576/Biolaeden-die-muffigen-Sekten-unserer-Zeit.html

sind für Oliver Rasche so manche kleine Bioläden. In dieser herrlich amüsanten Polemik aus der Welt schildert er trefflich die dort verkehrende Klientel. Interessant ist seine Beschreibung deshalb, weil es ebend diese Leute mit ihrer falschen moralischen Überheblichkeit sind, die uns Bauern ständig versuchen unser Handwerk zu erklären. 

Mit blauen Auge davongekommen

http://www.nzz.ch/zuerich/aktuell/kanton-zuerich-besonders-betroffen-missernte-provoziert-agrar-kontroverse-ld.108997

Während bei uns noch immer heftig die Debatte um Extensivierung und angebliche Ökologisierung der Landwirtschaft mit Kampfbegriffen wie “Agrarwende” geführt wird, sind unsere südlichen Nachbarn in der Schweiz schon ein Stück weiter, wie Andreas Schürer von der Neuen Zürcher Zeitung berichtet. Auch dort führt der feuchte Sommer derzeit für massive Probleme bei der Ernte, doch bereits im Vorfeld wurde durch die Witterung einiges an Getreide unbrauchbar. Undzwar solches, das gemäß eines neuen Förderprogrammes ohne Einsatz von Fungiziden angebaut wurde. Die Lücke in der Ernte könne die Schweiz nur durch Importe decken, ist in dem Artikel zu lesen, daß dieses Importgetreide an anderer Stelle dann aber fehlt und die wohlhabenen Schweizer dem hungernden und v.a. armen Kind in Ostasien oder Zentralafrika die letzte Nahrung vom Weltmarkt wegkaufen, wird dabei getrost ausgeblendet. Daß moderner Pflanzenschutz vor allem zu einer Absicherung unserer Ernten führt und in optimalen Jahren tlw. nur geringe Ertragsvorteile bringt, wird dabei sofort von einem Relativierer der im Artikel zu Wort kommt erwähnt, was aber dennoch nichts daran ändert, daß massive Mengen an Getreide fehlen, bzw. so dermaßen verdorben sind, daß sie nicht mal mehr als Viehfutter taugen würden. Die gesamte Problematik von Schimmelpilzgiften im befallenen Getreide findet in dem Artikel leider keine Erwähnung, dabei sind die meisten von ihnen schon in Spuren gesundheitlich um ein Vielfaches bedenklicher als irgendwelche kaum messbaren Rückstände von Pflanzenschutzmitteln. Allein deswegen sollte man solche Extensivierungsprogramme stets kritisch hinterfragen. Daß man die Situation dadurch zu retten versucht durch neue Mahlverfahren aus minderwertigen Futtergetreiden ein noch irgendwie brauchbares Mehl zu gewinnen, erinnert einen dabei eher an Kriegs- und Krisenzeiten denn an eine moderne Zivilisation des 21. Jahrhunderst in dem wohl reichsten Staat Mitteleuropas!

Gefährliche Erntejagd

http://www.outfox-world.de/news/sek-einsatz-stoppt-erntejagd.html

Daß Erntejagdten gefährlich sind, ist schon lange bekannt, daß einige sie deswegen auch für rechtlich fragwürdig halten, ist ebensowenig neu. Neu und besonders skuril ist jedoch ein Fall aus Baden-Württemberg, über den hier der Jagdblog Outfox-World berichtet. 

Wenn ein ahnungsloser Autofahrer bei mutmaßlich mehreren, kurz hintereinander abgefeuerten Schüßen die Polizei alarmiert und diese, bei der derzeitigen Lage, mit entsprechenden Truppen anrückt, ist keinem ein Vorwurf zu machen. Fraglich ist jedoch, wie der Einsatz letztlich konsequent von Spezialkräften durchgezogen wurde, wo längst hätte klar sein müssen, daß es sich um eine Jagd und keinen Amoklauf handelt.Ist es das Ergebniss zunehmender Entfremdung vieler Menschen von ländlichen Lebensgewohnheiten oder handelt es sich einfach um menschliches Versagen auf Grund der angespannten Lage, daß man in einer Jagdgesellschaft gefährliche Amokläufer sieht? 

Landwirtschaft im Klimawandel

http://www.deutschlandradiokultur.de/ohne-pflug-auf-den-acker-landwirte-passen-sich-dem.976.de.html?dram:article_id=361762

Ernst Ludwig von Aster widmet sich auf dem  Deutschlandfunk der Frage, wie sich die Landwirtachaft mit dem Klimawandel verändert. Anhand mehrerer Betriebe werden Chancen, Herausforderungen und Probleme in diesem interessanten Radiobeitrag präsentiert. Sicher lässt sich über den tatsächlichen Beitrag der Landwirtschaft zum Klimawandel trefflich streiten, ebenso mögen dem einen oder anderen bestimmte Aussagen sauer aufstoßen, wobei manch davon nichteinmal in die Urheberschaft von Asters fallen. Woher bspw Herr Helm die Behauptung nimmt, daß die Getreideerträge zurückgehen würden und Landwirte dies mit immer mehr Chemie zu kompensieren versuchen, bleibt offen. Dem Autor werden solche Aussagen nicht einmal aufgefallen sein, wenn er doch selbst von den Agrarkonzernen spricht, die in Deutschland neben armen Kleinbauern das Land bewirtschaften und solidarische Landwirtschaft als kommenden Trend präsentiert, wobei diese gemessen an der Gesamtzahl der Betriebe nur ein winziges Randphänomen darstellt.

Wer sich mit landwirtschaftlichen Hintergrund den Artikel anhört oder durchliest, sei also vorgewarnt. Für den Laien jedoch, ist er durchweg empfehlenswert, zeigt er doch mit welchen Fragestellungen und Problemen die praktische Landwirtschaft alltäglich zu kämpfen hat.

Keine Angst vorm Essen!

http://m.kurier.at/wirtschaft/lebensmittel-sind-so-sicher-wie-noch-nie/212.923.172

Glyphosat, Genfood, Hormone, Chlorhühnchen etc. hört man Vertretern von Politik und Medien zu, mag man schnell den Eindruck gewinnen, unser Essen sei durch und durch vergiftet. Nie in der ganzen Menschheitsgeschichte schien der Bissen ins täglich Brot, bzw “unser täglich Gift” wie der Name einer einschlägig grünen Doku einst hieß, so gefährlich zu sein wie heute. Das dies mit nichten der Fall ist, beschreibt eindrucksvoll Martina Salomon vom österreichischen Kurier. Von ein paar österreichischen Statistik-Fakten abgesehen, lassen sich die Ausaagen annähernd eins zu eins auf Deutschland und auch den Rest Mitteleuropas übertragen. Absolut lesens- und teilenswert!

Ernte: große Maschinen und Emotionen

http://m.rp-online.de/nrw/staedte/krefeld/366-ps-kraftprotz-verleiht-unabhaengigkeit-aid-1.6150866

Sowie der Sommer wieder zurückkommt, wird es draußen wieder mit der Ernte weitergehen. Norbert Stirken hat in RP online diesen Artikel veröffentlicht, in dem aufgezeigt wird, was es mit der Faszination der Ernte auf sich hat. Mähdrescher sind dabei sowohl profanes Werkzeug als auch Spiegel der Ernte-Emotionen. Ein Artikel der vielleicht dazu beitragen mag, den einen oder anderen Autofahrer zu mehr Gelassenheit zu verhelfen, wenn nächstes Mal ein Drescher vor ihm auf der Bundesstraße seinen Weg zum nächsten Schlag nimmt.

Landwirtschaft 4.0

http://www.badische-zeitung.de/wirtschaft-3/die-digitale-revolution-veraendert-die-landwirtschaft–125509692.html

Vielen Menschen außerhalb der Landwirtschaft mag es kaum bewusst sein, daß diese Branche seit zwei Jahrzehnten zu einer der innovativsten in Deutschland gehört. Ein Beispiel dafür ist auch der Einzug der Digitalisierung auf Maschinen und Ställen, die sogenannte Landwirtschaft 4.0.

Die Badische  Zeitung widmet sich in diesem Artikel diesem Phänomen und stellt an Hand verschiedener Beispiele die mutmaßlichen Vor- und Nachteile dieser Entwicklung dar. Daß diese jedoch den Strukturwandel der Landwirtschaft beschleunigen könnte, ist dabei nicht ganz nachvollziehbar. Jede neue Technik ist anfangs teuer, jedoch lassen ihre Kosten rasch nach. Inzwischen gibt es beispielweise gratis Parallelfahrhilfen als Handy-App. Zudem darf nicht vergessen werden, daß es sich hierbei, anders als in der analog bezeichneten Industrie 4.0 nicht um gänzlich digitalisierte Produktionsprozesse, die Digitaltechnik dient in der Landwirtschaft Arbeiten zu optimieren und bei deren Erledigung zu helfen. Pflanzen und Tiere wachsen halt nur mit biologischen Input und nicht mit Bits und Bytes. Von daher stellt die Digitalisierung keine absolute Notwendigkeit dar.

Alles in allem stellt dieser Artikel aber einen sehr informativen  Beitrag für alle Außenstehenden dar, die bisher Computer und Landwirtschaft noch nicht in einem sinnvollen Zusammenhang bringen können.

Das schwarz-weiße Monster

https://www.freitag.de/autoren/der-freitag/das-monster-auf-dem-acker

Wie man durch Halbwahrheiten, unbelegten Behauptungen und primitiver schwarz-weiß-Malerei die moderne Landwirtschaft verunglimpfen kann, beweißt diesmal Tanja Busse von Der Freitag. Für sie stellt die geplante Fusion zwischen Bayer und Monsanto eine riesige Gefahr für die Landwirtschaft und Welternährung dar, da diese beiden Firmen Herbizide herstellen und teilweise herbizidresistente Sorten züchten. Nach Aussage Busses hätte sich die moderne Landwirtschaft in eine Sackgasse manövriert, weil sich resistente Unkräuter zunehmend problematisch ausbreiten würden und keine neuen Wirkstoffe in Sicht seien. Schuld daran seien die beiden Agrarchemiekonzerne vornehmlich selbst. Daß resistente Unkräuter mehr und mehr zum Problem werden, ist an sich keine Neuigkeit. Besonders in Ländern und Regionen in denen versucht wurde und wird besonders kostenminimiert zu wirtschaften wurden über die letzten Jahrzehnte nach und nach jeweils das günstigste Präparat abgearbeitet, bis nichts mehr wirkte. Australien und Teile der USA sind hiervon besonders betroffen. Aber auch in Europa breiten sich Resistenzen bei Unkräutern -allein das Wort Unkraut findet Busse schon fragwürdig-  zunehmend dort aus, wo Fruchtfolgen und Mittelauswahl auf kurfristige Gewinnmaximierung getrimmt wurden. Jeder, der sich ein wenig mit der Materie beschäfftigt, merkt daß Resistenzen bei Unkräutern vornehmlich ein Problem von individueller Misswirtschaft sind. Frau Busse sieht dies aber anders, für sie sind die Hersteller, welche schon seit Jahr und Tag vor einseitiger Anwendung ihrer Präparate warnen, die eigentlichen Verursacher. Komischerweise wird dies in anderen Fällen genau andersherum betrachtet. Kein Mensch käme auf die Idee Antibiotikaresistenzen der Pharmaindustrie anzulasten. Das dieses Problem auf Seiten des Anwenders ensteht, scheint jedem klar zu sein, auch wenn dort gern die Schuld unter den verschiedenen Anwedergruppen hin und her geschoben wird.

Auch hinterfragt die Autorin in keinster Weise, warum es seit Jahren einen Stillstand in der Entwicklung von neuen Wirkstoffen gibt. In einer Zeit, in der Stoffe mit einer Giftigkeit von Backpulver, wie bspw Glyphosat, auf der öffentlichen Abschussliste stehen, verschlingt jedes neue Präparat Milliarden, bis es endlich eine Zulassung erhält. Wie unter solchen Gegebenheiten Innovationen entstehen sollen, mag jeder selbst entscheiden. Jedoch ist auch die Hartnäckigkeit, mit der Bayer die Fusionspläne vorrantreibt auch ebend diesen Umständen geschuldet.  

In der Sackgasse befindet sich die moderne Landwirtschaft damit noch lange nicht, im Gegenteil. Völlig ohne Argument und Beweiß behauptet Busse man bräuchte eine andere Landwirtschaft um in Zukunft die Welt ernähren zu können und mißachtet dabei völlig, daß es allein die von ihr ungeliebte moderne Landwirtschaft mit Düngern und chemischen Pflanzenschutz  war, beginnend mit der Grünen Revolution, die hunderte Millionen Menschen vorm Hungertod rettete und heute soviel Menschen wie niemals zuvor ernährt. 

Landwirtschaft und Landleben