Filz gegen den Fortschritt

https://m.tagesspiegel.de/wissen/vom-interessenvertreter-zum-experten-genome-editing-und-die-schere-im-kopf/23161312.html

Sascha Karberg macht in diesem Artikel des Tagesspiegels eine Praxis publik, die noch weitaus stärker in Augenschein genommen werden müsste. Konkret geht es dabei um die Berufung sogenannter Experten zum Thema Gentechnik in das Bundesamt für Naturschutz. Trotz vieler hochkarätiger Wissenschaftler, die es zu diesem Thema geben würde, greift man hier lieber auf Aktivisten des Vereins Testbiotech zurück. Daß deren Geschäftsmodell darauf beruht Angst rund um das Thema zu schüren, wird einfach ignoriert und seitens des Ministeriums die Neutralität dieser gut bezahlten “Experten” nicht angezwifelt. Immerhin würden sie ja nicht mit der Gentechnik Geld verdienen, lässt das Ministerium verlautbaren. Nein, mit Gentechnik verdient Testbiotech kein Geld, sondern mit deren Dämonisierung und Verhinderung. Es ist ein handfester Skandal, daß NGO-Lobbyisten direkt zur Beratung der Regierung wichtiger Zukunftsfragen als teuer bezahlte und neutrale “Experten” herangeholt werden!

Auf zum Monopol?

https://www.welt.de/wirtschaft/article181885442/Handel-EU-Unionsabgeordnete-setzen-Edeka-und-Rewe-aufs-Spiel.html

Daß der stark konzentrierte Lebensmitteleinzelhandel in Deutschland sowohl für die Landwirtschaft, als auch für viele Verarbeiter eine wirtschaftliche Belastung darstellen, ist lange bekannt. Wie man angesichts dessen zu der Idee kommt Einkaufsgemeinschaften innerhalb der EU verbieten zu wollen ist aber mehr als fragwürdig Diese Idee brachte jüngst der CSU Europaabgeordnete Albert Deß ins Europaparlament ein, wie Carsten Dierig auf der Netzseite der Welt berichtet. Damit würden unzählige eigentümergeführte Geschäfte, die in der Edeka aber auch Rewe organisiert sind, politisch platt gemacht werden. Gegen die großen Handelsketten der Albrechts, Schwarz und die Metro-Aktionäre hätten sie das Nachsehen. Eine noch stärkere Konzentration des Lebensmitteleinzelhandels wäre die Folge und gleichzeitig würde es kleinen Anbietern immer schwerer fallen in dieser genormten Welt ihre Produkte strukturiert loszuwerden. Milchautomaten, heimische Erdbeere und Honiggläser müssten sich dann andere Orte suchen.

Wenn man darauf aus dem Büro des Abgeordneten Deß hört, diese Gemeinschaften meine man ja gar nicht, klingt das so fadenscheinig wie man es sonst nur aus dem origin links-grünen Milieu gewöhnt ist, wenn es Landwirtschaft geht. Dort lautet die Standardantwort auch immer: solche Höfe, wie Deinen meinen wir ja nicht, sondern die anderen. Jene ominösen Industrielandwirtschaften und Massentierhaltung. Ab hält es sie dennoch nicht, auf einen einzudreschen….

Geregelte Verschwendung?

https://www.swr.de/swraktuell/rheinland-pfalz/ludwigshafen/Hochstadt-Winzer-duerfen-nicht-alle-Weintrauben-ernten,meldung-17094.html

Das war mein erster Gedanke bei diesem Bericht des SWR. Da es eine Obergrenze der Weinerzeugung bezogen auf die Fläche gibt, müssen dieses Jahr wohl bis zu 10 % der Trauben hängen bleiben. Die Erzeugung von Traubensaft scheint wohl leider keine Option zu sein.

Der böse Fortschritt

https://www.deutschlandfunk.de/it-konzerne-in-der-landwirtschaft-ihr-wissen-treibt-diese.697.de.html?dram:article_id=430153

Zwar stellt Daniela Siebert kurz und knapp dar, was bisher landwirtschaftsferne Firmen aus verschiedenen Technologiebereichen grade in die Agrarbranche drängt, dennoch ist dieser Artikel auf Deutschlandfunk eher enttäuschend. Welche konkreten Anwendungen der Digitalisierung welche Vorteile in der Lebensmittelproduktion bringen können bleibt im Nebel. Stattdessen wird ein sehr obskures Bild von den Gefahren der internationalen Techkonzerne und Investmentfonds gegenüber der stets verklärten kleinbäuerlichen Landwirtschaft gezeichnet. Der abschließende Satz, daß die Zahl der Hungernden auf der Welt zuletzt wieder gestiegen sei, ist zudem bewusste Verfälschung der gewaltigen Fortschritte, die bis heute zu der besternährtesten Menscheit der Erdgeschichte geführt hat.

Die Roboterfarm

https://app.handelsblatt.com/video/unternehmen/kuenstliche-intelligenz-zukunft-der-landwirtschaft-roboter-betreuen-komplett-autonome-farm-/

In diesem kurzen Videobeitrag berichtet Das Handelsblatt von einem amerikanischen Startup, welches kleine Roboterfarmen entwickelt. Zwar wird hier nur Salat vollautomatisch, im kleinen Stil in einer künstlichen Atmosphäre angebaut, doch dürften sich viele der dort gewonnenen Erkenntnisse auch ohne weiteres für die große Landwirtschaft einsetzen lassen.

Früher war alles besser

https://www.theatlantic.com/amp/article/570793/

Früher, als das Essen noch natürlich und ohne “Chemie” war… Daß auch diese Aussage so falsch ist, wie die meisten Schwärmereien über die gute alte Zeit, daran erinnert Deborah Blum in ihren -leider nur in Englisch verfügbaren- Artikel in The Atlantic. Denn in der guten alten Zeit war Nahrung knapp, also wurde alles mit allem gepanscht und gestreckt, mit vielfach extrem schlechten Auswirkungen auf die Gesundheit der Menschen. Es war jene Zeit, die mit dem Aufstieg der ersten Lebensmittelkonzerne wie Heinz endete, die damit groß wurden, weil sie den tatsächlich einfach nur saubere und bekömmlich Lebensmittel anboten.

Die Schere für den Geschmack

https://www.sueddeutsche.de/wissen/lebensmittel-gentech-mit-geschmack-1.4157458

In einem für die Süddeutsche Zeitung überraschend sachlichen und wertneutralen Artikel, beschreibt Katrin Zinkant, wie sich mit der genschere Crispr-CAS der Geschmack von Tomaten verbessern lässt. Es ist in gewisser Weise schon traurig zu lesen, daß allein der Geschmacks als Nutzen für den Verbraucher gesehen wird. Verminderte Gehalte an Mykotoxin und anderen schädlichen Stoffen, die sich ebenfalls durch Crispr-CAS erreichen lassen, spielen in der Wahrnehmung von Medien und Verbraucher leider keine Rolle. Stattdessen wird eine zukunftsweisende Technik, wie sie Crispr-CAS ohne Frage darstellt, für den europäischen Raum de facto verboten.

Die Debatte nicht vergiften

https://amp.focus.de/politik/experten/feindbild-glyphosat-das-ist-reine-panikmache_id_9712906.html?

Das fordert Carina Konrad in ihrem sehr umfassenden und gut gemachten Artikel im Fokus. Hierbei geht es ihr um die wieder neu aufflammende Glyphosat-Diskussion. Sie zeigt, wie mit einer hochgradig fragwürdigen “Studie” wieder neue Panik geschürt und somit jegliche sachliche Debatte im Keim vergiftet werden soll. Fraglich bleibt, ob sie damit noch etwas erreichen wird, denn es scheint europaweit längst klar: nach Ende des jetzigen, verkürzten Zulassungszeitraumes wird Schluß sein mit diesem wichtigen Wirkstoff. Genau deshalb treten NGOs und Co jetzt noch einmal kräftig nach, damit das definitiv ist. Traurig aber wahr.

Lasst uns eine Hexe verbrennen!

https://www.deutschlandfunkkultur.de/udo-pollmers-mahlzeit-hungersteine-zeugen-eines.3522.de.html?dram:article_id=429771

Geregnet hat es immer noch nicht. Für den verstädterten Verbraucher ist das alles nur ein Randproblem, denn in unser heutigen Zeit muss, zumindest bei uns, deswegen niemand mehr hungern. Udo Pollmer fasst in seinem Format Mahlzeit auf den Deutschlandfunk zusammen, daß das bei früheren Dürren keine Selbstverständlichkeit war. Es fehlte schlicht an den Errungenschaften unserer heutigen Zeit, stattdessen verbrannte man halt einfach eine Hexe um zukünftigen Katastrophen vorzubeugen. Wie wenig effektiv das war, davon zeugten diesen Sommer viele Hungersteine jener fernen Zeiten , die in unseren trockengefallenen Flüssen zum Vorschein kamen. Geben wir unser bestes, daß solche Zeiten nicht mehr wiederkommen!

Vieles klingt einfacher als es ist

http://m.tagesspiegel.de/wissen/tierschutz-freilandhaltung-stresst-die-huehner/20967836.html

Artgerecht ist nur die Freiheit, so klingt das reißerische Motto von Hilal Sezgin. Daß artgerecht und Freiheit aber auch bis zu 80 % Jungtierverluste, hohen Krankheits- und Parasitendruck heißen und somit eine geringe durchschnittliche Lebenserwartung bedingen, das wird dabei einfach ausgeblendet. Interessant ist doch die Frage, wie würden sich die Tiere selber entscheiden, hätten sie die Wahl. Unsere einst fünf Hofhühner hatten diese Wahl und jedem kann ich immer nur erstaunt darüber berichten, dass sie von Freilauf nicht sehr viel hielten. Stattdessen nutzen sie jede Gelegenheit um in irgendeines der Gebäude zu kommen und dort den ganzen Tag zuzubringen.

Hierzu hat der Tierforscher Prof. Onur Güntürkün nun umfassende Versuche mit Hühnern angestellt. Über dessen erstaunliche Ergebnisse, und die Schlüsse dir daraus zieht, berichtet Der Tagesspiegel in einem Artikel von Dr. Adelheid Müller-Lissner.

Landwirtschaft und Landleben