Rezension: Die Zukunft pflanzen

Am ersten Juli lief auf Arte die Dokumentation „Die Zukunft pflanzen“ von Marie-Monique Robin, welche diesen Film auf Grund der Diskussionen um ihr letztes Werk „Unser täglich Gift“ machte.  Was dabei rauskam ist jedoch nicht wirklich erhellend. Zusammengefasst werden die Gründe für schlechte Ernten und Hunger korrekt erfasst: mangelnde Bildung und die nicht nur daraus resultierende Misswirtschaft. Trotzdessen die richtigen Ursachen erfasst wurden, war die Herangehensweise an diese Probleme nur halbherzig, weil der Film nur einen Zweck verfolgte: Darzustellen daß jemand die keine Ahnung hat was er tut mit Dünger und Pflanzenschutz weniger erntet, als es jemand zu tun vermag, der die biologischen Zusammenhänge verstanden hat und diese bestmöglich auszunutzen versteht.

Vielmehr wurde die Schlußfolgerung gezogen, Dünger und Pflanzenschutz würden die Fortentwicklung der Landwirtschaft eher behindern als fördern und Landwirte die diese Methoden zu nutzen wissen, seien in wirklich kein nur zu dumm und würden daher allein auf die Parolen der Agrochemieindustrie hören. Mit etwas weniger ideologischen Scheuklappen hätte Robin einen hervorragenden Film über Bildung und Bekämpfung von Misswirtschaft als Weichensteller einer zukunftsfähigen Landwirtschaft machen können. Sie hätte riesige Flächen in Australien zeigen können,  auf denen schon vor RoundUp-ready mehr als ein halbes Dutzend Herbizidresistenzen vorkommen und zudem stark degeneriert sind. Sie hätte die zentraleuropäische, insbesondere die deutsche Landwirtschaft zeigen können, die dank Dünger und Pflanzenschutz binnen 150 Jahren aus solch degradierten Böden wieder hochfruchtbare Äcker gemacht hat. Sie hätte neben den Projekten in Afrika solche in Pakistan und Indien zeigen können, wo durch massive Bildungskampagnen der Vereinten Nationen, bzw. der indischen Regierung den Landwirten die Grundlagen der Anwendung von Dünger, Pflanzenschutz und Gentechnik beigebracht wurde und die es damit aus der großflächigen Armut geschafft haben.

Nur wurde genau das nicht gezeigt, sondern leider ein Film geschaffen, der zwar das richtige zeigt aber falsche will. Wie Prof. Foley bereits in der National Geographic (Wie werden alle satt?) schrieb, werde wir alle Methoden brauchen, die in der Lage sind Erträge zu stabilisieren und zu steigern, wenn wir bald mehr als neun Milliarden Erdenbürger menschenwürdig ernähren wollen.

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