Schlagwort-Archiv: Verbraucher

Ein Gefühl der Ohnmacht

Es ist offensichtlich, der Landblogger ist seit ein paar Monaten regelrecht verweist. Auch an anderen Fronten der landwirtschaftlichen Öffentlichkeitsarbeit habe ich mich zuletzt, obwohl eine eigene Facebook-Seite für meinen Betrieb hinzukam, massiv zurückgezogen. Die Gründe sind einfach: auch meine Zeit und Kraft ist begrenzt und diese wurde in der vergangenen rund eineinhalb Jahren komplett durch Arbeit und Familiäres aufgezehrt. Es hat für die Seele auch etwas beruhigendes die elenden Debatten über die Landwirtschaft und unsere Wirtschaftsmethoden einfach einmal auszublenden. Nur leider verhält es sich hiermit genauso, wie mit jeder Art der Realitätsverweigerung: wenn man erwacht, findet man die alten Probleme genauso wieder, wie zuvor. Allein der Berg der alten Probleme hat sich während dieser Zeit noch weiter aufgetürmt und neue Probleme sind obendrein noch hinzugekommen.

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Von falscher Romantik

https://www.welt.de/politik/deutschland/article158503643/So-leiden-Bauern-unter-falscher-Weiden-Romantik.html

Für viele steht es fest, daß es die Blumenwiesenidylle vieler Werbebeiträge ist, welche den Verbrauchern ein falsches Bild unserer Landwirtschaft vermittelt. Dieser Artikel von Claudia Ehrenstein in der Welt widmet sich diesem Thema. Ob dabei Missstände versteckt werden, wie es auch in dem Artikel NGO-Aktivisten behaupten, hinterfragt die Autorin. Grade moderne Technologien könnten helfen das Tierwohl in den Ställen weiter zu steigern. Das es unseren Tieren derzeit schon alles andere als schlecht geht, bleibt dabei auch nicht unerwähnt. Kernproblen sei das geringe Wissen der Verbraucher über die moderne Landwirtschaft, was sicher auch in der falschen Idyllisierung seine Ursache habe.

Die muffigen Sekten unserer Zeit

http://m.welt.de/vermischtes/article157768576/Biolaeden-die-muffigen-Sekten-unserer-Zeit.html

sind für Oliver Rasche so manche kleine Bioläden. In dieser herrlich amüsanten Polemik aus der Welt schildert er trefflich die dort verkehrende Klientel. Interessant ist seine Beschreibung deshalb, weil es ebend diese Leute mit ihrer falschen moralischen Überheblichkeit sind, die uns Bauern ständig versuchen unser Handwerk zu erklären.

Krank ohne Glyphosat

Wer die Zeitung aufschlägt oder einen Blick in die sozialen Medien wagt, kommt derzeit an einem Thema kaum herum: Glyphosat. Ein Totalherbizid, daß weltweit das meistgenutzte Pflanzenschutzmittel sein soll und das sich in den vergangenen 40 Jahren zu einem unverzichtbaren Helfer in der Landwirtschaft entwickelt hat. Doch woher der neue Hype? Der Beginn dieser Diskussion lässt sich ziemlich genau datieren: im März diesen Jahres wurde von der Weltgesundheitsorganisation ein neuer Bericht über sichere und mögliche Krebsgefahren bestimmter Stoffe veröffentlicht, die so genannten IARC (International Agency for Research on Cancer) Klassifizierungen. Es ist ein Vorgang der sich alle paar Jahre wiederholt und an sich keine große Aufmerksamkeit erfährt, stellt er doch viele Dinge als hochgradig krebsgefährdent dar, die für uns Alltag sind und die wir niemal mit einer akuten Krebsgefahr in Verbindung bringen würden. So finden sich in der ersten Klasse (definitv krebserregender Stoffe) unter anderem alkoholische Getränke, Sonnenlicht, Sandstaub, Holz- und Lederstaub. Danach folgen die eventuell krebserregenden Stoffe der Klasse 2A, daß heißt nach dem Prinzip des IARC Stoffe, bei denen bisher keine Krebsgefährdung nachgewiesen werden konnte, bei denen es aber auch nicht völlig auszuschließen ist. Zu Ihnen zählen beispielsweise Matetee, Friseurhandwerk, Schichtarbeit und seit neusten eben Glyphosat.

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Enttarnung der Weltuntergangspartei

http://www.stern.de/gesundheit/glyphosat-in-muttermilch–die-umstrittene-stichprobe-der-gruenen-6324356.html?utm_source=facebook-fanpage&utm_medium=link&utm_campaign=010715-1310

Für einen ruhigen und sachlichen Journalismus mag Der Stern für viele sicher nicht vorrangig stehen. Seine beiden Autorinnen Ilona Kriesl und Lea Wolz konnten nun aber auf brilliante Weise das Gegenteil beweisen und zeigen wie Qualitätsjournalismus funktioniert.

In Ihrem Artikel nehmen sie nicht nur, ähnlich wie Hartmut Wewetzer vom Tagesspiegel (Ein Journalist der rechnen kann), die Glyphosat-in-der-Muttermilch-”Studie” der Grünen auseinader, vielmehr noch demaskieren sie die Grünen als eine Weltuntergangspartei, die versucht mit apokalyptischer Angstmacherei Aufmerksamkeit und letztlich Wähler zu finden.
Im Gegensatz zu vielen ihrer Kollegen haben die beiden Stern-Journalistinnen für ihren Artikel Fachleute zu Rate gezogen und bringen es auf den Punkt: mit den heutigen Analysemethoden lässt sich wohl fast jedes Gift der Welt in der Muttermilch nachweisen! Und genau aus diesem Grund gibt es Grenzwerte, denn eine Analyse die einen gesuchten Stoff nicht findet ist letztlich einfach nur noch nicht sensibel genug!

Fazit: Beide Daumen hoch für den Stern und ihre beiden Autorinnen Ilona Kriesl und Lea Wolz!

Was Glyphosat, Schokolade und die Zeitungskrise gemeinsam haben

http://www.zdf.de/planet-e/mit-einer-manipulierten-diaet-studie-decken-die-filmautoren-die-tricks-der-diaetindustrie-auf-38615664.html

Gerade einmal vorgestern präsentierte ich hier wie Thilo Spahl vom The European die Medien- und Politkampagne gegen Glyphosat auseinandwer genommen hatte (Glyphosatdurstige Säuglinge gesucht). Dabei warf er die Frage auf, wie eine dermaßene Falschmeldung, wie die der angeblich übermäig belasteten Muttermilch es überhaupt ohne jede Überprüfung in die Medien schaffen kann. Daß das kein Ausnahmefall ist, zeigen die Journalisten mit diesem oben stehenden Fall nun selber auf:

Das ZDF wollte die Tricks der Diätindustrie aufdecken und bastelte sich selbst eine Studie zusammen, die zu dem Schluß kam, daß Schokolade dünn machen würde. Schnell sieht man, daß bei dieser Studie alle Tricks zur Anwendung kamen, die wir nicht nur bei der “Glyphosat in der Muttermilch”-Studie wiederfinden: Eine sehr kleine Probandengruppe (komischerweise in beiden Fällen 16), ein fingiertes Forschungsinstitut und ein Versuchsaufbau der schon direkt auf das gewünschte Ergebnis ausgerichtet ist.

Diese vom ZDF fingierte Studie ist ein Paradebeispiel, wie unkritisch unsere Medien mit solchen Nonsense-Inhalten umgehen. Sie schaffte es, ebenso wie die Glyphosatstudie, in alle großen Zeitungen und sonstige Medien, teilweise sogar auf die Titelseite. Ein simples Telefonat mit den angeblichen Autoren der Studie hätte den Schwindel sofort aufdecken können, doch selbst dazu sahen sich die Damen und Herren vertreter der schreibenden Zunft anscheinend nicht in der Lage.  Glyphosat in der Muttermilch und Schokolade die dünn machen, sind zwei hervorragende Beispiele, welche Glaubwürdigkeit unsere Medien noch besitzen und wie leicht sie sich somit vor den Karren beliebiger Kampagnen spannen lassen!

Um den Ruf der Bauern bemüht?

http://www.welt.de/politik/deutschland/article142986938/Diese-Irrtuemer-versauen-den-Ruf-der-deutschen-Bauern.html

Kurz nachdem die Neue Zürcher Zeitung in einem ihrer Onlineartikel für mehr Verständnis den Bauern gegenüber warb (Wie man mit Landwirten umgeht), versucht sich nun auch Die Welt an diesem brasndaktuellen Thema. Ähnlich dem Artikel der NZZ fast auch dieser etwas kurz, nur stellt sich beim genauen Lesen auch eine andere Frage: Geht es der Welt wirklich darum den Ruf der deutschen Bauern zu wahren? Auf dem ersten Blick vielleicht, möchte man doch angeblich an Hand einiger Beispiele die zunehmenden Kampagnen gegen uns Bauern den Wind aus den Segeln nehmen. Doch statt die Argumente dieser Beispiele konkret zu widerlegen werden sie teilweise eins zu eins wiedergegeben, wenn beispielsweise die fragwürdige Behauptung unkommentiert dahingestellt wird, daß die deutsche Landwirtschaft eine doppelt so hohe Umweltbelastung wie der Starßenverkehr hätte, ja sogar für die Hälfte aller Belastungen überhaupt verantwortlich sei.

Grundsätzlich ist jeder Artikel der die massive Rufschädigung der deutschen Bauern thematisiert zu begrüßen, trotzdem stellt sich die Frage, welche Intuition hinter diesem stand. Ist der Artikel einfach nur schlecht gelungen, vielleicht auch weil er intern als Pflicht angesehen wurde das ehemals ausgeprägte konservative Profil des Blattes in dieser Thematik nicht gänzlich zu verlieren, insbesondere nachdem gerade die NZZ diese aufgegegriffen hatte? Es lohnt sich auch zu schauen, wer diesen Artikel verfasst hat. Claudia Ehrenstein, hatte sich Anfang April bereits in einem anderen Artikel der Welt mit eben dieser Umweltbelastung befasst, von daher ist es kaum verwunderlich, daß sie diese jetzt so stehen lässt (http://www.welt.de/politik/deutschland/article139249559/Studie-legt-Oeko-Suenden-der-Massentierhalter-offen.html). Auch weitere Artikel ihrer Historie beid er Welt zeigen, daß sie sich bisher nicht damit hervorgehoben hat oft angeführte Mythen und Irrtümer über die Landwirtschaft zu hinterfragen. Hoffen wir, daß sich das durch ihren eigen Artikel zukünftig ein wenig bessert!

Wie man mit Landwirten umgeht

http://www.nzz.ch/meinung/kolumnen/im-umgang-mit-landwirten-ld.647

Die Neue Züricher Zeitung geht in diesem Online-Artikel auf das Bild ein, das die meisten Menschen heutzutage von Landwirten und wie sich dieses oftmals von der Realität unterscheidet. Zudem schildern sie, wie man im Angesicht der damit häufig verbundenen Diskrepanz zwischen Vorstellung und Wirklichkeit richtig und konfliktfrei mit uns Landwirten umgeht.

Leider fasst der Artikel das Thema relativ kurz an, dennoch ist es Balsam auf die Seele, wenn hier Verständnis für uns und unsere Arbeit gezeigt und vermittelt wird, wobei hierbei zu bedenken ist, daß es sich bei der NZZ um eine schweizerische Zeitung handelt, einem Land das sowieso einen ganz anderen Umgang mit seinen Bauern pflegt, als wir Deutschen. Als deutschsprachiger Artikel für die die breite Mehrheit der unvorbelasteten hierzulande dürfte er aber dennoch hervorragend verwendbar sein.

Erschreckender Wandel

http://www.nwzonline.de/wirtschaft/weser-ems/wenn-der-bauer-zum-boesewicht-wird_a_27,0,1601485391.html
In diesem Artikel der NWZonlinewird zum ersten Mal offen in den Medien das Thema “Bauerbashing” angegangen. Medien, Schulen und einige gesellschaftliche Akteuere haben es durch Lügen- und Hetzkampgnen inzwischen dazu gebracht, daß Bauern offen angefeindet, als Gefahr für Mensch und Umwelt gesehen werden. Besonders fatal ist diese Entwicklung unter den Bauernkindern, die in ihren Schulklassen und Altersgenosse immer stärker als Randgruppe behandelt werden. Die Betroffenen selbst sind dabei idR. offen und diskussionsbereit, wollen selber daran arbeiten die vielem falschen Vorurteile aus der Welt zu schaffen. Solch ernstgemeinte Angebote stoßen jedoch immer häufiger auf taube Ohren, wenn nicht sogar noch heftigeres Mobbing. Ein Opfer das sich wehrt ist wohl anscheinend ein besonders schlimmes Opfer und letztlich lässt es sich doch viel besser über als mit jemanden reden…

Über die Sehnsucht nach früher

http://diepresse.com/home/leben/ausgehen/3833420/Warum-wir-die-Landwirtschaft-romantisieren?from=suche.intern.portal

Warum sich gerade heutzutage so viele Menschen nach einer Landwirtschaft wie vor 50 oder gar 100 Jahren sehnen, damit beschäftigt sich Karin Schuh in diesem Artikel aus Die Presse. Leider wird dabei zwar das Problem treffend gezeigt, aber dennoch wird um die Ursachen und mögliche Lösungen nur rumlaviert.