Schlagwort-Archiv: Strukturwandel

Ein Gefühl der Ohnmacht

Es ist offensichtlich, der Landblogger ist seit ein paar Monaten regelrecht verweist. Auch an anderen Fronten der landwirtschaftlichen Öffentlichkeitsarbeit habe ich mich zuletzt, obwohl eine eigene Facebook-Seite für meinen Betrieb hinzukam, massiv zurückgezogen. Die Gründe sind einfach: auch meine Zeit und Kraft ist begrenzt und diese wurde in der vergangenen rund eineinhalb Jahren komplett durch Arbeit und Familiäres aufgezehrt. Es hat für die Seele auch etwas beruhigendes die elenden Debatten über die Landwirtschaft und unsere Wirtschaftsmethoden einfach einmal auszublenden. Nur leider verhält es sich hiermit genauso, wie mit jeder Art der Realitätsverweigerung: wenn man erwacht, findet man die alten Probleme genauso wieder, wie zuvor. Allein der Berg der alten Probleme hat sich während dieser Zeit noch weiter aufgetürmt und neue Probleme sind obendrein noch hinzugekommen.

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Bauernsterben

http://www.zeit.de/2016/50/selbstmorde-schweizer-kanton-waadt-bauernpfarrer

Zu diesem Artikel könnte ich einigea schreiben und ausführen, doch meines Erachtens nach, würde nichts dem was dort beschrieben steht gerecht werden. Die Gesellschaft, aber allen voran Politik und Medien sollten diesen Artikel einmal auf sich wirken lassen und einmal darüber nachdenken, welchen Umgang man derzeit mit uns Bauern in der Öffentlichkeit pflegt.

Nüchterner Blick

https://www.welt.de/print/die_welt/debatte/article158305265/Deutsches-Teufelszeug.html

Einen solchen wirft der Wissenschaftsjournalist Dirk Maxeiner auf Welt.de auf Übernahme von Monsanto durch Bayer. Für Bayer scheint es in Zeiten von Energie- und Agarwende eine schiere Überlebensstrategie zu sein, für die lautstarken Gegner des Deals eine Glaubensfrage. Eines ist es sicherlich nicht der Weltuntergang oder die Lösung aller Ernährungsfragen. Maxeiner schlägt den Ton an, der vielen heutigen Debatten gut tun würde: Nüchternheit und Sachlichkeit.

Über die Sehnsucht nach früher

http://diepresse.com/home/leben/ausgehen/3833420/Warum-wir-die-Landwirtschaft-romantisieren?from=suche.intern.portal

Warum sich gerade heutzutage so viele Menschen nach einer Landwirtschaft wie vor 50 oder gar 100 Jahren sehnen, damit beschäftigt sich Karin Schuh in diesem Artikel aus Die Presse. Leider wird dabei zwar das Problem treffend gezeigt, aber dennoch wird um die Ursachen und mögliche Lösungen nur rumlaviert.

Turbo für den Strukturwandel

http://www.agrarheute.com/jgs-anlagen-bundesrat-beschluss?utm_source=twitterfeed&utm_medium=twitter

Allen anderslautenden Bekundungen zum Trotz, kann es den Landwirtschaftsministern auf Landesebene  gar niht schnell genug gehen mit dem landwirtschaftlichen Strukturwandel, insbesondere mit der Verlagerung der bäuerlichen Tierhaltung auf Größtbetriebe. Wie Agrarheute berichtet, hat der Umweltausschuss des Bundesrates die verpflichtende Einführung von Leckagewarnsystemen für jegliche Güllebehälter ab 25 m³ beschlossen.  Mit dieser Größe werden wohl annähernd 99 % aller Gülle- und Jauchebehälter Deutschlands erfasst. Einen konkreten Anlass gibt es für diese Entscheidung mal wieder keine, genausowenig wie suich entsprechende Systeme im Netz finden lassen, so daß von erheblichsten Kosten für die Landwirte zu rechnen ist. Für den, der diesen Aufwand nicht leisten kann, für den gilt, so wie es bereits bei der Produkthaftung die sogenannte “Beweislast-Umkehr”. Was so harmlost klingt, ist nichts weiter als die Abschaffungs rechststaalicher Grundsätze für den Landwirt, denn bereits vor 2500 Jahren galt im römischen Recht der Grundsatz: in dubio pro reo, Im Zweifel für den Angeklagten, welcher auch für das bundesrepublikanische maßgeblich wurde. Demnach darf niemand, selbst in Fällen von Mord und Vergewaltigung, verurteilt werden, dessen Schuld nicht einwandfrei nachweisbar ist. Diesen Nachweis hat dabei allein die Staatsanwaltschaft und die ihr unterstellten Behörden zu erbringen, während der Beschuldigte zu den ihm unterstellten Vorwürfen schweigen darf. Seit rund zehn Jahren gilt dies in Fragen der Produkthaftung für Landwirte nicht mehr, sie sind im Zweifel schuldig, es sei denn sie können ihre Unschuld zweifelfrei belegen, was oftmal nahezu unmöglich ist. Nach der Produkthaftung kommen nun also auch Güllebehälter dazu.

Nach den Filtererlässen soll nun also die nächste unausgereifte teure Technik zwangsweise der landwirtschaftlichen Tierhaltung aufgebrummt werden. Die entstehenden Mehrkosten lassen sich dabei nur noch von möglichst großen Einheiten kompensieren, für viele Bauern gibt es damit, sofern sie nicht weit über ihre Kräfte expandieren wollen, keine Zukunft mehr im Schweine- und Rinderbereich. Sollte dieser Bundesratsbeschluss tatsächlich so umgesetzt werden, hat die Politik damit den Strukturwandel-Turbo gezündet. Prophezeiungen des Bauernverbandes, daß es in 20 Jahren nur noch halb so viele landwirtschaftliche Betriebe in Deutschland geben wird, werden damit immer wahrscheinlicher.  Einzige Profiteure ist dabei die Industrie, die jetzt nicht nur Filteranlagen, sonder auch neue Güllebehälter und die Aufstallung für die dann nötig werdenen neuen Großställe verkaufen kann!

Falsches Feindbild Bauer

http://www.focus.de/magazin/archiv/wissen-falsches-feindbild-bauer_id_3784383.html?fbc=fb-shares

Dieser sehr gelungene Artikel aus dem Focus kursiert schon seit ein paar Tagen durchs Netz, von daher möge man mir verzeihen, wenn ich ihn hier dennoch präsentiere. Dem Autor Michael Miersch, selbst Landwirtssohn, sei an dieser Stelle großer Dank für diesen sachlich, klare Artikel ausgesprochen, insbesondere auch für die Parallelen, die er zu anderen Wirtschaftszweigen zieht, welche in der Vergangenheit von links-grünen Gruppierungen befehdet wurden und sich nun in Abwicklung befinden!

Zunehmende Kritik an der Landwirtschaft heizt Strukturwandel an

http://www.topagrar.com/news/Home-top-News-Zunehmende-Kritik-an-Landwirtschaft-heizt-Strukturwandel-an-1432666.html

So titelt die TopAgrar gemäß Aussagen von Dr. Willy Boß, dem Vorstandsvorsitzenden des Bundesverbands der Landgesellschaften. Boß spricht damit an, was viele landwirtschaftliche Funktionsträger immer noch verschweigen, daß immer höhere Auflagen, wie Filtererlässe und vieles mehr, sich nur noch mit größtmöglichen Einheiten wirtschaftlich kompensieren lassen. Allenb anderslautenden Bekundungen der meist grünen Initiatoren dieser unnötigen Auflagen, wird der bäuerlichen Tierhaltung damit auf langfristige Sicht der Todesstoß versetzt. Genau das gilt es einer breiten Öffentlichkeit aufzuzeigen, doch wird dieser Zusammenhang von zu vielen Repräsentanten der Landwirtschaft leider einfach ignoriert.

Selbstbewusster auftreten

http://www.rhein-zeitung.de/region/lokales/mayen_artikel,-Landwirte-im-Kreis-MYK-sollen-selbstbewusster-auftreten-_arid,1124269.html

Der Kreisbauernverband Mayen-Koblenz hatte zu ihrer Generalversammlung Bauernpräsident Joachim Rukwied zu Gast.  Dieser äußerte seine Bedenken, daß die Diskussionen um die Landwirtschaft sich in Zukunft noch verstärken werden. Dabei ist der Landwirt einer der bestangesehensten Berufe in Deutschland. Das Problem liege in der Diskrepanz zwischen öffentlicher und veröffentlichter Meinung. Landwirte müssten dabei selber in den neuen Medien aktiv werden, um dem entgegenzuwirken.  Den Bürgern müsse nahegebracht werden, daß jede neue Auflage, welche aus der Politk kommt den Strukturwandel beschleunige und die kleineren Betriebe so zur Aufgabe zwinge.