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Planlose Planwirtschaft contra Agrarwende

Christian Meyers liebstes Kind ist seine Agrarwende. Eine Wende, die die arme, versklavte und umweltzerstörerische Landwirtschaft unserer Tage in ein ökologischen Paradies verwandeln soll. Glaubt man dem Minister, sind die Sturheit der dummen konventionellen Bauern und die mächtige Agrarindustrie, die größten Hindernisse dieses Vorhabens. Tatsächlich stellt sich der Minister gerade selbst als der größte Gegner der Agrarwende heraus. Ab kommenden Jahr greift die Reform der gemeinsamen Agrarpolitik der EU, die die niedersächsische Landesregierung soweit wie möglich für ihr Vorhaben der Agrarwende genutzt hatte. So wurden neue Agrarumweltmaßnahmen kreiert, die unter anderem den Anbau von Leguminosen, also heimischen Eiweißfutterpflanzen, massiv fördern sollte, denn gerade den Grünen ist der Import von Soja aus Mittel- und Südamerika für unsere Tierhaltung einer der größten Dornen im Auge. Auch sollten Blühstreifen, insbesondere als Bienenweide stärker als zuvor gefördert werden.

 

Nun, drei Monate nach Abgabe der entsprechenden Anträge, wurden diese Vorzeigeprojekte ausgerechnet durch das Landwirtschaftsministerium wieder teilweise kassiert. Zum einen wurden Blühstreifen auf maximal zehn Hektar je Betrieb gedeckelt. Viel schlimmer steht es aber jedoch um die Maßnahme „Vielfältige Ackerkulturen“, wodurch der Leguminosenanbau massiv gefördert werden sollte. Zehn Prozent der Ackerfläche sollten mit den Eiweißpflanzen bestellt werden, viele Landwirte, auch meine Wenigkeit,hatten sich wegen der allgemeinen Knappheit des entsprechenden Saatgutes schon unmittelbar nach Antragsabgabe mit der entsprechenden Saat eingedeckt. Gestern erhielten alle beteiligten Landwirte nun den Ablehnungsbescheid, da die Landesregierung, so die offizielle Begründung, die Auswirkungen dieser Maßnahme auf das sogenannte Greening prüfen wolle um sie dann ab nächsten Jahr starten zu lassen. Das diese Maßnahme „ausgesetzt“ wird, erfuhr ich dabei nicht einmal durch die zuständigen Stellen, sondern über meinen Landhändler, der von seinem Großhändler hatte, welcher jetzt auf zig Tonnen Erbsensaat festsitzt, die nun vermutlich nicht mehr als solche verkauft werden können! Aus zuverlässiger Quelle konnte ich dabei in Erfahrung bringeb, daß es weder eine „Aussetzung“ für ein Jahr ist, sondern daß die „Vielfältigen Ackerkulturen“ endgültig vom Tisch sind und das auch die offizielle Begründung frei erfunden ist. Der wahre Grund ist ganz simpel: In ihrer Engstirnigkeit, hatte die Landesregierung nicht mit dem Erfolg dieser Maßnahme gerechnet und sich daher vollkommen verkalkuliert! Die ihr zur Verfügung stehen finanziellen Mittel hätten hinten und vorne nicht geteicht! Nun sitzen nicht nur Großhändler auf dem Saatgut fest, auch Landwirte, die dieses extra früh bezogen haben, eventuell gibt es auch schon Vorkontrakte für die kommende Ernte für Erbsen, Bohnen und Lupinen. Wer jetzt für den wirtschaftlichen Schaden der Landwirte und Landhändler aufkommt, bleibt ungewiss und entsprechende Schadensersatzklagen sind zu erwarten.

 

Von der momentanen Russlandpolitik der EU mag man halten was man will, die Auswirkungen der russischen Sanktionen gegen europäische Agrarprodukte auf die Landwirtschaft sind jedoch reell. Für unsere Milch- und Schweineerzeugung resultieren zur seit deutliche Nachteile. Grund genug für Minister Meyer, Agrarexporte generell als Geissel der Landwirtschaft zu brandmarken und eine Rückkehr zu stringenten Milchquoten in Europa zu fordern. Kurz zuvor lobte der Minister noch die Milchexporte nach Asien nun, wo die Lage wieder zu seiner Ideologie passt, fordert er wieder mehr Planwirtschaft für die Landwirte. Als wäre der Staat der bessere Wirtschafter, hält er schwankende Preise für Agrarprodukte für eine inakzeptable Gefahr, während er seine selbst kreierten und angepriesenen Subventionen anpreist und stillschweigend wieder kassiert. Eine solche planlose Planwirtschaft à la Christian Meyer bringt die Zukunft unsere Landwirtschaft viel mehr in Gefahr. Bleibt die Frage, wie lange dieser Minister nach all seinen Kapriolen noch haltbar ist?

Verständnis für hornlose Kühe

http://www.augsburger-allgemeine.de/bayern/Warum-gibt-es-eigentlich-keine-Kuehe-mit-Hoernern-mehr-id30534132.html

Die Augsburger Allgemeine geht in diesem Artikel der Frage nach, warum es kaum noch Kühe mit Hörner in Bayern gibt und kommt dabei auf die simple Antwort, daß es für Mensch und Tier deutlich sicherer ist. Gleichzeitig werden aber auch Hornbefürworter zu  Wort gelassen, die als Hauptgrund anführen, die Milch von behornten Kühen sei verträglicher, bis zu 150 % geringeres Allergierrisko hätte diese. Wer auch nur ein paar Grundzüge von Prozentrechnung versteht, erkennt sofort, daß diese auf “Hornmilch” spezialisierte Molkerei nach eigenen Aussagen offenbar ein schlagkräftiges Medikament abfüllt, mit dem sich Allergien rückgängig machen und heilen lassen. Bleibt die Frage, ob sie ihre Milch dementsprechend auch als Medikament zugelassen haben, denn ansonsten dürften sie sie mit diesen Vorraussetzungen gar nicht verkaufen. Man sollte besser vorsichtig sein, wenn man die Wunderwirkungen der eigenen Wohlfühlprodukte anpreist!

Milchpreis erreicht Rekordniveau

http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/landwirtschaft-molkereien-zahlen-bauern-2013-hohen-milchpreis-a-960067.html

So titelt Spiegel Online. Mit 37,69 Cent je Kilogramm, lag der Preis 2013 knapp 18 % über dem Vorjahresniveau. Als Hauptgrund wird das knappe Angebot genannt. Das hierbei aber auch der zunehmende Export deutscher Milchprodukte eine elementar wichtige Rolle spielt wird leider nicht erwähnt. Für die  breite Öffentlichkeit wäre aber genau das eine interessante Information, um erkennen zu können, daß auch für die Landwirtschaft, genauso wie in der übrigen deutschen Wirtschaft auch, der Export einer der Garanten für unseren Wohlstand ist.