Schlagwort-Archiv: konventionell

Vieles klingt einfacher als es ist

http://m.tagesspiegel.de/wissen/tierschutz-freilandhaltung-stresst-die-huehner/20967836.html

Artgerecht ist nur die Freiheit, so klingt das reißerische Motto von Hilal Sezgin. Daß artgerecht und Freiheit aber auch bis zu 80 % Jungtierverluste, hohen Krankheits- und Parasitendruck heißen und somit eine geringe durchschnittliche Lebenserwartung bedingen, das wird dabei einfach ausgeblendet. Interessant ist doch die Frage, wie würden sich die Tiere selber entscheiden, hätten sie die Wahl. Unsere einst fünf Hofhühner hatten diese Wahl und jedem kann ich immer nur erstaunt darüber berichten, dass sie von Freilauf nicht sehr viel hielten. Stattdessen nutzen sie jede Gelegenheit um in irgendeines der Gebäude zu kommen und dort den ganzen Tag zuzubringen.

Hierzu hat der Tierforscher Prof. Onur Güntürkün nun umfassende Versuche mit Hühnern angestellt. Über dessen erstaunliche Ergebnisse, und die Schlüsse dir daraus zieht, berichtet Der Tagesspiegel in einem Artikel von Dr. Adelheid Müller-Lissner.

Beenden wir die Grabenkämpfe

http://www.rp-online.de/wirtschaft/bio-bauernhoefe-allein-koennten-die-welt-nicht-ernaehren-aid-1.5592842

Das ist der Appell von Liam Condon, dem Chef von Bayer Cropscience. In diesem kurzgehaltenen Gastbeitrag für die Rheinische Post schildert eher sehr ausgewogen und sachlich was es bedarf um zukünftig rund 10 Milliarden Menschen ernähren zu können: undogmatische Aufgeschlossenheit. Genau das was uns gerade in der deutschen Debatte um die Zukunft der Landwirtschaft und Ernährung am meisten fehlt.

Einmal öko und zurück

http://www.brandeins.de/archiv/2013/zeitgeist/einmal-oeko-und-zurueck/

Es ist nicht der erste Beitrag, der einen Strich durch die biobäuerliche Idylle zieht, indem er die Rückumstellung vieler, vor allem “kleinerer” Betriebe, zum konventionellen Anbau thematisiert. Dennoch ist dieser Beitrag  des Wirtschaftsmagazin Brandeins aus dem vergangenen Dezember ein besonders anschaulicher, der besonders auf Grund seines Sprachstils ein nachvollziehbares Verständnis für die Zusammenhänge und Gründe schafft, obwohl der überzeugte Grundton des Autors, Bio wäre für die Umwelt und dem Menschen dennoch besser, kaum zu überlesen ist.
Interessant ist hierbei auch zu sehen, wie sich langjähriger Bioanbau auf die Ertragsfähigkeit ausgewirkt. Während der statistische Durchschnitt der Biolandwirtschaft 50 % geringere Erträge attestiert, konnten hier in  der ersten Ernte nach Umstellung dreineinhalb!!! mal mehr eingefahren werden! Dies passt zu Untersuchungen, die dieser Wirtschaftsform einen schleichenden Raubbau an den Nährstoffvorräten des Bodens attestieren. Nur weil unseren Böden in den vergangenen rund einhundert Jahren weitestgehend auf ein gesundes Niveau aufgedüngt wurden, ist Biolandwirtschaft überhaupt für ein paar Jahre möglich! Ebenso nüchtern wird auch gezeigt, daß es sich bei der Mehrzahl der Biobetriebe nicht um Überzeugungstäter handelt, sondern daß, angelockt von den hohen Fördersummen, rein ökonomische Überlegungen zu der Entscheidung führten.

Bio vs. konventionell

2014_07_27 Bio vs konventionell

Eigentlich möchte ich ja nicht zwischen den Landwirten polarisieren, dennoch gibt es ein paar Themen, welche durchaus diskutiert werden müssen. Die staatlich hochgradig subventionierte und protektionierte Biowirtschaft gehört zweifelsohne dazu. Mir geht es dabei garnicht darum, diese Wirtschaftsform als absoluten Nonsens darzustellen, als vielmehr zu zeigen, was passiert wenn der Staat sich in die Wirtschaft einmischt. Bei Biobetrieben kommt es, so wie überall, auf den Betriebsleiter an. Diejenigen, die diese Wirtschaftsart aus Überzeugung gewählt haben, können ihre Betriebe in der Regel stolz präsentieren. Viele Biobetriebe können dies aber nicht, wie das obige Bild eindrucksvoll zeigt. Um Fragen schoneinmal vorzubeugen, die Bilder stammen von den selben Standorten, sowohl beim Mais als auch bei den Kartoffeln lagen die Schläge rechts und links einer Straße!

Warum der Staat in Zeiten knapper Kassen und weltweit knapper Lebensmittelreserven Unsummen für die Befriedigung des Lifestyles einer verschwindend geringen Minderheit (Marktanteil Bioprodukte circa 5 %) ausgibt, erschließt sich mir persönlich nicht. Das was auf diesen relativ hochproduktiven Flächen nicht geerntet wird, fehlt Menschen an anderen Orten, die unsere Wohlstandsdiskussion um eine Extensivierung der Landwirtschaft nicht im geringsten verstehen würden. Der ethische Aspekt der massiven Bioförderung wird leider in der Diskussion fast vollständig ausgeblendet.