Schlagwort-Archiv: moderne Landwirtschaft

Die Saatgutmafia und andere Phrasen

https://www.youtube.com/watch?v=aP6wuwC_KfI

Udo Pollmer fasst viele Mythen und die dazugehörigen Fakten zum Thema Saatgut in diesem Beitrag des Deutschlandfunks sehr gut zusammen. Kein Landwirt zahlt gerne Nachbaugebühren, nur was von außerlandwirtschaftlichen Akteuren zu diesem Thema verbreitet wird, lässt einem regelrecht die Haare zu Berge stehen. In meinem eigenen Betrieb kaufe ich jährlich neues Saatgut und das aus freien Stücken. Qualitativ hochwertiges Saatgut ist die wichtigste Grundlage für eine gute Ernte, ließe ich mein eigenes Saatgut soweit aufarbeiten, daß es dem gekauften zertifizierten Saatgut nahe kommt, würde mich das fast soviel kosten, wie der jährliche “Saatgutwechsel”, also der Neueinkauf der Saat.

 

Filz gegen den Fortschritt

https://m.tagesspiegel.de/wissen/vom-interessenvertreter-zum-experten-genome-editing-und-die-schere-im-kopf/23161312.html

Sascha Karberg macht in diesem Artikel des Tagesspiegels eine Praxis publik, die noch weitaus stärker in Augenschein genommen werden müsste. Konkret geht es dabei um die Berufung sogenannter Experten zum Thema Gentechnik in das Bundesamt für Naturschutz. Trotz vieler hochkarätiger Wissenschaftler, die es zu diesem Thema geben würde, greift man hier lieber auf Aktivisten des Vereins Testbiotech zurück. Daß deren Geschäftsmodell darauf beruht Angst rund um das Thema zu schüren, wird einfach ignoriert und seitens des Ministeriums die Neutralität dieser gut bezahlten “Experten” nicht angezwifelt. Immerhin würden sie ja nicht mit der Gentechnik Geld verdienen, lässt das Ministerium verlautbaren. Nein, mit Gentechnik verdient Testbiotech kein Geld, sondern mit deren Dämonisierung und Verhinderung. Es ist ein handfester Skandal, daß NGO-Lobbyisten direkt zur Beratung der Regierung wichtiger Zukunftsfragen als teuer bezahlte und neutrale “Experten” herangeholt werden!

Der böse Fortschritt

https://www.deutschlandfunk.de/it-konzerne-in-der-landwirtschaft-ihr-wissen-treibt-diese.697.de.html?dram:article_id=430153

Zwar stellt Daniela Siebert kurz und knapp dar, was bisher landwirtschaftsferne Firmen aus verschiedenen Technologiebereichen grade in die Agrarbranche drängt, dennoch ist dieser Artikel auf Deutschlandfunk eher enttäuschend. Welche konkreten Anwendungen der Digitalisierung welche Vorteile in der Lebensmittelproduktion bringen können bleibt im Nebel. Stattdessen wird ein sehr obskures Bild von den Gefahren der internationalen Techkonzerne und Investmentfonds gegenüber der stets verklärten kleinbäuerlichen Landwirtschaft gezeichnet. Der abschließende Satz, daß die Zahl der Hungernden auf der Welt zuletzt wieder gestiegen sei, ist zudem bewusste Verfälschung der gewaltigen Fortschritte, die bis heute zu der besternährtesten Menscheit der Erdgeschichte geführt hat.

Die Roboterfarm

https://app.handelsblatt.com/video/unternehmen/kuenstliche-intelligenz-zukunft-der-landwirtschaft-roboter-betreuen-komplett-autonome-farm-/

In diesem kurzen Videobeitrag berichtet Das Handelsblatt von einem amerikanischen Startup, welches kleine Roboterfarmen entwickelt. Zwar wird hier nur Salat vollautomatisch, im kleinen Stil in einer künstlichen Atmosphäre angebaut, doch dürften sich viele der dort gewonnenen Erkenntnisse auch ohne weiteres für die große Landwirtschaft einsetzen lassen.

Die Schere für den Geschmack

https://www.sueddeutsche.de/wissen/lebensmittel-gentech-mit-geschmack-1.4157458

In einem für die Süddeutsche Zeitung überraschend sachlichen und wertneutralen Artikel, beschreibt Katrin Zinkant, wie sich mit der genschere Crispr-CAS der Geschmack von Tomaten verbessern lässt. Es ist in gewisser Weise schon traurig zu lesen, daß allein der Geschmacks als Nutzen für den Verbraucher gesehen wird. Verminderte Gehalte an Mykotoxin und anderen schädlichen Stoffen, die sich ebenfalls durch Crispr-CAS erreichen lassen, spielen in der Wahrnehmung von Medien und Verbraucher leider keine Rolle. Stattdessen wird eine zukunftsweisende Technik, wie sie Crispr-CAS ohne Frage darstellt, für den europäischen Raum de facto verboten.

Vieles klingt einfacher als es ist

http://m.tagesspiegel.de/wissen/tierschutz-freilandhaltung-stresst-die-huehner/20967836.html

Artgerecht ist nur die Freiheit, so klingt das reißerische Motto von Hilal Sezgin. Daß artgerecht und Freiheit aber auch bis zu 80 % Jungtierverluste, hohen Krankheits- und Parasitendruck heißen und somit eine geringe durchschnittliche Lebenserwartung bedingen, das wird dabei einfach ausgeblendet. Interessant ist doch die Frage, wie würden sich die Tiere selber entscheiden, hätten sie die Wahl. Unsere einst fünf Hofhühner hatten diese Wahl und jedem kann ich immer nur erstaunt darüber berichten, dass sie von Freilauf nicht sehr viel hielten. Stattdessen nutzen sie jede Gelegenheit um in irgendeines der Gebäude zu kommen und dort den ganzen Tag zuzubringen.

Hierzu hat der Tierforscher Prof. Onur Güntürkün nun umfassende Versuche mit Hühnern angestellt. Über dessen erstaunliche Ergebnisse, und die Schlüsse dir daraus zieht, berichtet Der Tagesspiegel in einem Artikel von Dr. Adelheid Müller-Lissner.

Erntedank, Gelegenheit für einen Rückblick

Tatsächlich ist es nun schon länger her, dass ich das letzte Mal hier etwas geschrieben habe. Der heutige Tag, das Erntedankfest, gibt mir jedoch Anlass doch einmal Rückblick zu halten. Auch wenn es nicht meine Art ist, hier persönliche weltanschauliche und politische Position zu beziehen, die nicht direkt die Landwirtschaft betreffen, werde ich heute an manchen Stellen nicht drumherum kommen. Persönlich möchte ich mich eigentlich nicht als fromm bezeichnen, dennoch spielt der christlich-lutherische Glaube in meinem täglichen Leben und Arbeiten eine entscheidende Rolle.

Erntedank Altar

Gerade die landwirtschaftliche Tätigkeit ist in mehrfacher Hinsicht eine Arbeit, die für mich eng mit dem Glauben verwoben ist. Das betrifft auf der einen Seite ganz klar das Wunder der Schöpfung, dass wir alltäglich von der Aussaat bis zur Ernte in unserer Arbeit miterleben dürfen. Daß wir dabei trotz allem wissenschaftlichen Fortschritt am Ende immer noch auf Gottes Gnade angewiesen sind, hat uns besonders die zurückliegende Ernte gezeigt. So sind hier bei uns immer noch Getreideschläge zu finden, die bis jetzt nicht befahren und beerntet wurden konnten. Hier zeigt sich, wie absurd die alte sozialistische Losung „Ohne Gott und  Sonnenschein fahren wir die Ernte ein!“ war. Auch heutzutage haben wir allen Grund an Erntedank, dankbar zu sein.

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Die Bio-Ideologie

http://www.salonkolumnisten.com/ich-esse-kein-bio-mehr-2/

In dem zweiten Teil seines Artikels “Warum ich kein Bio esse” geht Ludger Weß auf die Salonkolumnisten der Ideologie hinter Bio nach. Unter anderem geht es dabei um die latente Rückwärtsgewandheit, die sich in den letzten Jahren noch verstärkte und daß man jene Inovationen, welche in den letzten fünfzig Jahren deutlich den Hunger in der Welt reduzierten nun am liebsten überall wieder verbannen möchte.

Ohne zu spritzen: geht das?

http://www.spektrum.de/wissen/geht-landwirtschaft-auch-ohne-pestizide/1429861

Dieser Frage geht Lars Fischer auf spektrum.de nach. Einige kleine Unreinheiten mögen ihm verziehen sein, u.a. wenn er den Versuch der biologischen Landwirtschaft auf synthetische Pflanzenschutzmittel zu verzichten erwähnt und dabei ausblendet, daß stattdessen jene Schwermetallsalze des 19. Jahrhunderts dafür dort wieder zur Anwendung kommen. Unterm Strich bleibt aber ein sehr gut zusammengefasster und auch für Laien gut verständlicher Artikel darüber, was moderner Pflanzenschutz bedeutet, ein Artikel den man getrost weiterverbreiten kann.

Von falscher Romantik

https://www.welt.de/politik/deutschland/article158503643/So-leiden-Bauern-unter-falscher-Weiden-Romantik.html

Für viele steht es fest, daß es die Blumenwiesenidylle vieler Werbebeiträge ist, welche den Verbrauchern ein falsches Bild unserer Landwirtschaft vermittelt. Dieser Artikel von Claudia Ehrenstein in der Welt widmet sich diesem Thema. Ob dabei Missstände versteckt werden, wie es auch in dem Artikel NGO-Aktivisten behaupten, hinterfragt die Autorin. Grade moderne Technologien könnten helfen das Tierwohl in den Ställen weiter zu steigern. Das es unseren Tieren derzeit schon alles andere als schlecht geht, bleibt dabei auch nicht unerwähnt. Kernproblen sei das geringe Wissen der Verbraucher über die moderne Landwirtschaft, was sicher auch in der falschen Idyllisierung seine Ursache habe.