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Vom leisen Sterben der Höfe….

http://m.haz.de/Nachrichten/Der-Norden/Landwirtschaft-Ein-Sauenhalter-aus-der-Region-Hannover-gibt-auf

Eindrucksvoll schildert Bert Strebe in diesem Artikel der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung das Aus eines Sauenbetriebes. Ein Schicksal, daß sich in den nächsten Monaten und Jahren tausendfach wiederholen wird. Auf die Gründe wird hierbei auch ausführlich eingegangen. Es bleibt auch nicht unerwähnt, daß neben den Vorschriften und Vorgaben, es die ständige öffentliche Verunglimpfung ist, die viele Bauern dazu beweg ihre Betriebe, oder zumindest die Tierhaltung aufgeben zu wollen. Ein Artikel der zum Nachdenken anregen sollte!

Auf zum Monopol?

https://www.welt.de/wirtschaft/article181885442/Handel-EU-Unionsabgeordnete-setzen-Edeka-und-Rewe-aufs-Spiel.html

Daß der stark konzentrierte Lebensmitteleinzelhandel in Deutschland sowohl für die Landwirtschaft, als auch für viele Verarbeiter eine wirtschaftliche Belastung darstellen, ist lange bekannt. Wie man angesichts dessen zu der Idee kommt Einkaufsgemeinschaften innerhalb der EU verbieten zu wollen ist aber mehr als fragwürdig Diese Idee brachte jüngst der CSU Europaabgeordnete Albert Deß ins Europaparlament ein, wie Carsten Dierig auf der Netzseite der Welt berichtet. Damit würden unzählige eigentümergeführte Geschäfte, die in der Edeka aber auch Rewe organisiert sind, politisch platt gemacht werden. Gegen die großen Handelsketten der Albrechts, Schwarz und die Metro-Aktionäre hätten sie das Nachsehen. Eine noch stärkere Konzentration des Lebensmitteleinzelhandels wäre die Folge und gleichzeitig würde es kleinen Anbietern immer schwerer fallen in dieser genormten Welt ihre Produkte strukturiert loszuwerden. Milchautomaten, heimische Erdbeere und Honiggläser müssten sich dann andere Orte suchen.

Wenn man darauf aus dem Büro des Abgeordneten Deß hört, diese Gemeinschaften meine man ja gar nicht, klingt das so fadenscheinig wie man es sonst nur aus dem origin links-grünen Milieu gewöhnt ist, wenn es Landwirtschaft geht. Dort lautet die Standardantwort auch immer: solche Höfe, wie Deinen meinen wir ja nicht, sondern die anderen. Jene ominösen Industrielandwirtschaften und Massentierhaltung. Ab hält es sie dennoch nicht, auf einen einzudreschen….

Von wegen böse Spekulanten

http://www.nzz.ch/spezial/was-der-mensch-isst/essen–die-verpoente-handelsware_1.18605413

Die Preise für Lebensmittel und landwirtschaftliche Rohstoffe haben in den vergangenen Jahren eine teilweise schwindelerregende Achterbahnfahrt hinter sich. Hierzulande mit unseren fast beispiellos geringen Ausgaben für unser tägliches Brot und den Konsum teilweise hochverarbeiteter Lebensmittel, in denen der Ausgangsrohstoff nur noch eine untergeordnete Rolle spielt, dürfte der Verbraucher an der Supermarktkasse kaum davon Notiz nehmen. In anderen Regionen sieht dies aber deutlich anders aus, so daß man nicht selten die seinerzeit stark angezogenen Getreidepreise als einer der Mitauslöser der Arabellion präsentiert bekommt.

Wer an diesen Schwankungen Schuld ist, das weiss man im links-grünen Milieu sofort, für sie sind es eindeutig böse, schmierige Spekulanten in einem entfesselten Raubtierkapitalismus. Wie wenig solche Klassenkampfparolen mit der Realität gemein haben und wie widersinnig totale Regulierung von Kontrakthandeln bis hin zum Verbot von Warenterminbörsen tatsächlich ist, zeigt Thomas Fuster von der NZZ in diesem Artikel.
Angemerkt sei jedoch noch dieser kleine Denkansatz: Spekulationen lohnen sich in der Regel nur bei knappen Gütern, denn Überangebot ruiniert immer den Preis. Wer ständig die Extensivierung der Landwirtschaft fordert, wobei das in den letzten Jahren eh schon knappe Angebot die Preise hochtreibt, braucht natürlich auch eine Ausrede…